Montag, 26. September 2016

Kristoffer Bolander, Stuttgart, 20.09.16

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Konzert: Kristoffer Bolander und Band
Ort: Stuttgart Feuerbach
Datum: 20. September 2016
Dauer: 60 min
Zuschauer: knapp 50

(c) Claudia
Im Jahr 2012 hatte ich mich heftigst in eine Platte verliebt: Burning Bridges der schwedische Band Holmes. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie mir beim ersten (online) hören spontan die Tränen liefen und ich so angefixt war, dass ich bis die CD endlich per Post ankam, nicht ohne die Streaming-Funktion auf Bandcamp ausgekommen wäre. Anschließend bin ich allen Leuten damit auf die Nerven gegangen und sie landete auf Platz 3 meiner Jahrescharts in einem sehr starken Jahrgang. Leider wurde das einzige Konzert von Holmes, das ich seitdem - also in den letzten vier Jahren - hätte besuchen können, aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

So hatte ich im April schon besonders neidisch nach Dresden geschaut, als ich sah, dass der Sänger von Holmes nun unter seinem bürgerlichen Namen als Kristoffer Bolander dort auftrat. Aber kurz danach kam eine Nachricht von Claudia aus Stuttgart, ich könnte mir schon einmal den 23. September vormerken... Seitdem habe ich mich sehr auf diesen Tag gefreut, was sich auch nicht dadurch änderte, dass daraus kurzfristig noch der 20.09. wurde, was leider eine ziemlich kurze Nacht unter der Woche statt am Wochenende bedeuten würde.


Als ich in Feuerbach ankam, fand ich das halbe Wohnzimmer schon belegt mit den Utensilien der Band: Ein mittleres Drumset, eine Korg-Orgel, ein indisches Harmonium, ein E-Bass, eine akustische und zwei E-Gitarren standen bereit neben den diversen nötigen Boxen. Holger wollte noch etwas Licht dekorieren, aber es fiel ihm echt schwer, dazwischen noch Raum zum durchschlüpfen zu finden... Derweilen saßen die jungen Männer noch in der Küche und ließen das Abendessen ausklingen mit einem Erfahrungsaustausch über die Feinheiten der Popcornzubereitung, denn neben Kristoffer selbst gab es noch weitere erfahrene Kinovorführer in der Runde.  
  

So traf ich neben Kristoffer Bolander auch Michael Björklund, der dann später für die Drums zuständig war (sein Bruder Johann gehört eigentlich auch zum Kern der Band, war aber diesmal nicht mit von der Partie - er steuert sonst die Lap Steel Gitarre bei). Außerdem Kristoffers jüngeren Bruder Pontus, der vor allem an den Tasten beschäftigt war und mit Rasmus Sjöstedt und Casper Tengberg zwei (wohl kaum der Schule entwachsene) junge Männer, die später an E-Gitarre und Bass ihren Mann standen bzw. das indische Harmonium sehr liebevoll spielten.
 
(c) Claudia
Das Großaufgebot ließ vermuten, dass es wohl eher laut werden würde - ein Verdacht, der auch immer wieder von den nach mir ankommenden Konzertgästen geäußert wurde, der sich aber nicht so bewahrheitete. Tatsächlich begann das Konzert eher gedämpft, nämlich nur zu dritt mit dem Eröffnungstitel Duet for Tourettes des aktuellen Albums I forgive nothing. Tatsächlich stellte ich nach dem Konzert fest, dass wir diesem Album track für track bis zur Hälfte des Konzerts folgten. Besonders leise Töne gab es auch später im Konzert mit Home (nur mit Pontus am Korg und etwas Mundharmonika) oder ganz Solo mit Akustikgitarre. Hier wucherte vor allem das Pfund von Kristoffers einzigartiger Stimme, die mir auch schon auf dem 2012er Album so sehr ans Herz gegangen war.
  



Aber die vielen Utensilien und die vielen Musiker hatten natürlich auch ihre Bestimmung und so wurde sowohl mit drei Gitarren I forgive nothing und danach mit ordentlich Bass-Bumms Running man zelebriert. Und das passte, war nicht zu laut und riss innerlich sehr mit. Total meditativ folgte schließlich Rooted, das zum Glück jemand archiviert hat. Auf einmal verstand ich, dass die so geliebten Lieder ganz schön viele musikalische Zutaten hatten und dafür alle Hände auf der Bühne gebraucht wurden. Das hatte die mir so vertraute melancholische Färbung, war betörend und beschwörend, hatte prominente Gitarrenmelodien und eins ums andere Mal auch einen Dreiertakt zum wiegen.
  

Als schon nach 40 min das letzte Lied angesagt wurde, konnte ich es gar nicht fassen. Aber es gab einen Höhepunkt mit In vain und totale Gänsehaut beim Einsatz der vollen Band. Wow! Das schlug ein und begeisterte alle Anwesenden noch einmal restlos. Es musste also Zugaben geben und wir bekamen zwei weitere Stücke, die dann die Konzertstunde voll machten. Vor allem ein fantastisches Breathing als Schlußpunkt und nur allzu gern hätte ich den angebotenen freien Sitz im Bandbus für den nächsten Abend nach Reutlingen angenommen! Erst zu Hause stellte ich bei der Analyse der Setlist fest, dass tatsächlich von meinem heißgeliebten Album kein einziger Song gespielt worden war...
 


Setlist:
01: Duet of tourettes 
02: I forgive nothing 
03: Running Man 
04: Rooted 
05: Home 
06: Starlight (bis hierher wie auf aktueller CD)
07: Storm (Wolves-CD)
08: Malysz (Have I told you lately)
09: The rings above (aktuelle)
10: In vain (aktuelle) 

11: True lies (Have I told you lately)
12: Breathing (Have I told you lately)



Tourdaten:

 


Familiar Wild, Karlsruhe, 25.09.16

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Konzert: Familiar Wild
Ort: Wohnzimmer in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 25. September 2016
Dauer: 65 min
Zuschauer: 18


Unser Kennenlernen in Reykjavík entbehrte nicht einer gewissen Dramatik - wegen des fremden Ort für uns beide und wegen der wirklich guten Ratschläge von Isländern, die ich erhalten hatte. Nichtsdestotrotz war die dort ausgesprochene Einladung nach Karlsruhe nicht dem Überschwang des Moments geschuldet sondern von Herzen und sehr ernst gemeint und ich war sehr froh, als wir (endlich...) tatsächlich anfingen, das im Detail zu planen. Es ging ein wenig hin und her, weil sich der Süden Deutschlands ein wenig gegen Konzerte mit Familiar Wild sträubte und so machten wir aus der Not eine Tugend und beraumten einfach zwei Konzerte für Karlsruhe an.


Am Sonntag machte Gabriele die Gastgeberin in Kirchfeld und für den Montag hatte ich mir einen Abend in der Waldstadt gesichert. Im Vorfeld war einige Überzeugungsarbeit nötig, um zu versichern, dass sich die beiden Konzerte keine Konkurrenz machen würden und der ultimative Beweis wird wohl auch erst durch das zweite Konzert erbracht werden können. Aber trotz Marathon-Läufern, die sich auf den Abend des Badenlaufes nichts vornehmen wollten, war das Wohnzimmer von Gabriele auf alle Fälle sehr gut gefüllt! Und es lag eine erwartungsvolle Stimmung in der Luft.
 

Zunächst dachten wir schon, es wird eine reine Frauenrunde, aber dann änderte sich das Bild doch noch ein wenig bevor Melissa mit ihrer E-Gitarre den Platz am Mikro und vor der Loopstation einnahm. Es ist immer wieder überraschend für mich, wie viele Leute so einer Einladung vertrauensvoll folgen, ohne vorher zu prüfen, was sie eigentlich erwartet. Aber so hatte die Kanadierin wirklich leichtes Spiel, alle gründlich zu überraschen und viele neue Fans zu gewinnen. Sie spielte eine Mischung aus den Songs ihres Album Dark Dreams, das im letzten Jahr erschienen ist und des aktuell sich der Fertigstellung nähernden Albums, von dem bisher nur Singles wie You better run oder - sehr toll!! - Every cloud zu finden sind.


Auf dem neuen Album kreist sie vor allem um den notwendig gewordenen Umzug von Vancouver nach Victoria. Notwendig geworden durch unerschwingliche Mieten aber auch durch den Druck, den so eine Millionenstadt ausübt. Und wie es sich anfühlt, sich im neuen Umfeld das zu schaffen, was sie in ihrem Leben haben möchte: Things we forgot. Da das alte Album nun schon etwas mehr als ein Jahr bei mir zu Hause ist, fand ich natürlich die vertrauten Songs besonders schön: Oregon, Fall und Two sheets kamen live einfach voll innig rüber und öffneten alle Herzen. Insbesondere letzteres ein totaler Fall von *hach*! Sehr schön fand ich auch, dass sie mit dem Tom Waits cover Green Grass endete, das mir schon in Reykjavík so gut gefallen hatte. Natürlich baten wir sie dann noch einmal zurück und durften ein wenig ausschunkeln bei Not so fast. Alle Konzertbesucherinnen gingen mit einem Lächeln im Herzen nach Hause und ein ganzes paar mit CD und einem T-Shirt als Erinnerung und zum Herz warm halten.
 

Aus unserem Archiv: 
Familiar Wild, Reykjavík, 01.07.15

Tourdaten: 
17.09. Aachen (private wedding)
18.09. Köln (Cafe Lichtung)
21.09. Sint Niklaas (Cafe Bleek)
22.09. Antwerp (Podium Cafe Ami)
23.09. Brüssel (Piolalibri)
24.09. Düsseldorf (Where the Birds Fly presents: house concert)
25.09. Karlsruhe (house concert)
26.09. Karlsruhe (house concert)

27.09. Chemnitz (house concert)
30.09. Berlin (Cafe Engels) with Jason Saint
01.10. Aachen (house concert)




Sonntag, 25. September 2016

EGO,ME&YOU, Adorf, 24.09.16

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Konzert: EGO,ME&YOU
Ort: Scala Adorf
Datum: 24.09.2016
Dauer: 65 Min
Zuschauer: 20


Melancholische Lieder in gleißendem Moll


Auf Startnext habe ich EGO,ME&YOU im letzten Winter entdeckt und das Konzert als Dankeschön für die Unterstützung des Albumprojektes erworben. Schon recht frühzeitig haben wir den Termin für den 24. September vereinbart.


Zwischenzeitlich wurde das Album "What Lies Ahead" veröffentlicht und ich war sofort begeistert von der Musik und der Grundstimmung mit Gitarre, Keyboard und Cello. Die Vorfreude auf das Konzert seither war groß. Im Verlaufe des Sommers musste dann die Besetzung verändert werden, die Cellistin wird vorerst länger pausieren und Andre Hinkel von Metabolic ist kurzfristig eingestiegen. Er bringt mit seiner E-Gitarre anstelle des Cellos naturgemäß eine andere Stimmung in die Songs ein. Dies bedeutet eine Zäsur für das Projekt und zwingt zum Nachdenken über die Zukunft und damit möglicherweise über weitere musikalische Färbungen der Songs. Im Konzert passte das wunderbar - ich bin ja eh ein Fan davon, dass sich die Konzerterlebnisse von der Musik auf den Alben unterscheiden. Ich fand Andrés Spiel als eine mit Bedacht gewählte Ergänzung an diesem Abend. Einige der Lieder spielten Daniel Martin und Dominque Matthes als Duo und Andre Hinkel stieg später ein, andere spielten sie gänzlich zu dritt.


In der Musik schwingt eine Moll-Stimmung, die neben der mitschwebenden Melancholie ein Licht ausstrahlt, dass sie stets gute Laune und Freude beim Zuhören erzeugt. Die Lieder beginnen oft zunächst sparsam arrangiert, bauen sich über die ersten Strophen und Refrains zu verschiedenen Spannungsmomenten auf und türmen dann für kurze Abschnitte die Instrumente und Stimmen aufeinander, bis es wieder hinabgeht ins Tal, wo der Applaus und die Begeisterung des Publikums als Erfrischung warten. Für mich wirkten viele der Songs wie eine Bergwanderung der Gefühle.
 

Die größten Momente hat die Band, wenn Daniel und Dominique dazu noch zusammen singen und ihre Stimmen zu einem Gegen- und Miteinanderspiel anheben. Das geht einfach unter die Haut und mit jedem neuen Titel habe ich darauf gewartet, dass ich wieder solch eine Stelle erlebe. Nun sind EGO,ME&YOU clever genug, diese Momente durchaus sparsam einzubauen.
Zwischen den Songs hören wir viele Geschichten über das Entstehen der Lieder. Die besten Entwürfe kommen Daniel spät nachts, fallen am nächsten Tag aber auch schon mal durch bei der Band. "England" als Titel der Sehnsucht nach der Insel durchläuft gerade den aktuellen Entwicklungen folgend eine Transformation in Richtung "Melbourne". Und vieles mehr an solchen Geschichten rundet einen unterhaltsamen Abend ab.
 

Des Gastgebers Freude ist neben glücklichen Künstlern ein Publikum mit Freude in den Augen und Gesichtern. An diesem Abend äußerte sich dies auch darin, dass nach dem relativ kurzen Konzert alle noch lange blieben, CDs kauften, Selfies mit der Band schossen, schwatzten und der Freude freien Lauf ließen.
Dieser Abend reiht sich ein in die Reihe großer Scala-Konzerte und wird gleichzeitig als einer der besonderen in Erinnerung bleiben. 

Webseite: http://www.egomeandyou.de
 
Setlist
01. Set Sails
02. Images
03. England (Melbourne)
04. Gentle
05. Mountains
06. This Weather
07. Ghosts
08. Roots
09. Crack In The China
10. Oceans
11. Jerusalem

12. All Wash Out (Z)
13. One Day (Z)



Mittwoch, 21. September 2016

Fear Of Men, Düsseldorf, 20.09.16

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Konzert: Fear Of Men
Ort: Forum Freies Theater Düsseldorf
Datum: 20.09.2016
Dauer: knapp 60 min
Zuschauer: 30



Am Dienstagabend spielten in Köln die Kings Of Convenience ihr neues, noch nicht aufgenommes Album in der KulturKirche. Auch ohne zu ahnen, daß Jonas Hector da sein würde, wäre das ein Pflichttermin gewesen, hätten nicht Monate vorher Fear Of Men ein einsames Konzert im FFT Düsseldorf angekündigt. Fear Of Men hatte ich im Sommer 2013 beim Indietracks Festival kennengelernt, danach als Support (und Begleitband) der Pains Of Being Pure At Heart in Köln und vor ziemlich genau zwei Jahren in Brüssel und Heidelberg wiedergesehen. Dieses alberne Städtedropping ist leider nötig, um zu verdeutlichen, wie schwierig es ist, die Band aus Brighton live zu sehen (und wie egal es mir ist, dafür zu fahren).


2016 erschien Fall forever, das zweite Album der englischen Band. Wie das erste (Loom) und die Sammlung der frühen Singles (oder schöner: Early fragments) besticht Fall forever nicht nur durch die ästhetische Gestaltung - alle Designs sind von musealen Motiven geprägt, mein Liebling ist die Green sea Single, auf der ein Topf und eine Scherbe zu sehen sind - sondern vor allem durch die grandiosen Songs. Wie sich das eben gehört. Es fehlt vielleicht der Überhit wie eben Green sea oder das Doppel Alta / Waterfall, mit dem Loom beginnt, die Platte mit dem umschlungenen, vergoldeten Paar wird von Mal zu Mal aber mehr zum Liebling (der Loom schon ist). 

Das FFT, das Forum Freies Theater ist mitten in der Düsseldorfer Innenstadt. Als wir mit einer Kölner Abordnung ankamen, waren wir fast alleine im Foyer des Theaters. Die Bühne war im Vorraum der Bar aufgebaut und sah toll aus. Im Hintergrund standen zwei große (ägyptisch inspirierte) Fs wie auf der Rückseite der neuen Platte. Das Bandlogo. Auch wenn das Foyer selbst nicht viel Charme hatte (es ist eben ein Foyer mit Bar und Zugang zu den Toiletten), hatte der Veranstalter es geschafft, ein schönes Bühnenbild hinzubekommen, da merkte man, daß ein Theater der Gastgeber war. 

Eigentlich sollte es um halb neun losgehen, man hoffte aber wohl noch auf mehr Zuschauer und wartete bis neun. Die 30, die bis dahin da waren (incl. Theaterpersonal) machten aber wegen des kleinen Raums zwischen Bühne und Mischpult keinen so peinlichen Eindruck, wie man denken könnte. Aber es blieben eben auch 30. Bei einer Band, die immerhin von Karsten Jahnke gebucht bzw. vermarktet wird, und die so grandios wie Fear Of Men ist, tut das sehr weh.

Um kurz nach neun kamen erst Schlagzeuger Michael Miles und die neue Keyboarderin (deren Namen ich nicht kenne) auf die Bühne. Die Nachfolgerin von Becky Wilkie (die auch bei PINS gespielt hatte) erzeugte wabernde, sich wiederholende Geräusche, in die irgendwann Michael einstieg. Diese Hintergrundmusik endete, als Gitarrist Daniel Falvey und Sängerin Jessica Weiss dazukamen. Das erste echte Lied war dann Island  vom neuen Album, dem die anderen Stücke der A-Seite von Fall forever (bis auf Vesta) folgten. 

Die Musik der Brightoner lebt zwar von der wundervollen Stimme von Jess, das als herausragendes Merkmal zu beschreiben wäre aber viel zu kurz gegriffen. Die Melodien der Stücke mit vielen Brüchen, Lautstärkeänderungen, die perfekt aufeinander abgestimmten Schlagzeug und Gitarre, das macht aus Fear Of Men viel mehr als eine weitere nette kleine Indiepop-Band. Bei Fall forever spielen Keyboards eine größere Rolle als vorher. So dauerte es auch bis zum ersten alten Stück, bis Jessica nach ihrer Gitarre griff und ihre Nachbarin das Keyboard gegen einen Bass eintauschte.

Dieses erste alte Stück war Teil eins der besten sieben Minuten seit langer Zeit... Alta, das die leise und zurückhaltende Einleitung von Waterfall ist - der Übergang dieser beiden Lieder ist grandios! - dann eben Waterfall und danach ohne Platz für Applaus Green sea, fantastisch!

Auf Platte ist das alles toll, live eine Ecke toller. Daniel und Jess wiegen ihre Instrumente in Pendelbewegungen hin und  her. Hat die Sängerin die Hände frei, was jetzt häufiger vorkommt, bewegt sie Kopf und Körper ununterbrochen. 

Während des Konzerts war mir aufgefallen, daß ich, obwohl es mein fünftes FoM-Mal war, die Band noch nie mit einem eigenen Konzert gesehen habe, immer nur als Vorgruppe oder mittags beim Indietracks. Und immer nur gut 35 Minuten lang.

Als Fear Of Men nach Inside von der Bühne gingen, hatte ich auch den Eindruck, als hätten sie gerade erst begonnen. Es war enorm kurzweilig, die zweite Konzerthälfte bestand vor allem aus älteren (zwei Gitarren und Bass-) Liedern. Nur die beiden Stücke vor Inside (Trauma und Sane - bei Sane wurde es am Ende wild rockig, Jess headbangte dazu, obwohl sie etwa so sehr nach Rockerin aussieht wie Erlend Øye von den Kings of Convenience) stammten vom neuen Album.

Nach Inside legten sie ihre Instrumente ab (es gab keine Gitarrenständer, obwohl sonst alles perfekt war) und kamen nach kurzer Pause zurück. Am Merch probierte einer der Zuschauer in der Zeit schon einmal die eleganten Baseballkappen mit Band-F an. Die beiden großen Fs auf der Bühne leuchteten jetzt! Die zwei Zugaben waren noch einmal alte Perlen von frühen Singles, Mosaic und Ritual confession.

Apropos Perlen... Es war ein wundervolles Konzert, das Forum Freies Theater ist ein toller Veranstaltungsort, das Publikum war sehr begeistert (und nicht nur die angereisten Fangirls und -boys) und aufmerksam. Aber daß so eine brillante Band nicht vor mehr als 30 Leuten spielt und daß es drei Jahre dauerte, bis sie überhaupt für eigene Konzerte nach Deutschland kam, ist schon eine große Verschwendung von Talent.

Nach dem gut einstündigen Konzert fand ich es jedenfalls überhaupt nicht mehr irre, 2014 für je 35 min nach Brüssel und Heidelberg gefahren zu sein.



Setlist Fear Of Men, FFT Düsseldorf:

01: Island

02: Undine
03: A memory
04: Until you
05: Alta
06: Waterfall
07: Green sea
08: Luna
09: Doldrums
10: Descent
11: Vitrine
12: Trauma
13: Sane
14: Inside

15: Mosaic (Z)
16: Ritual confession (Z)


Links:

- aus unserem Feor Of Men Archiv:
- Fear Of Men, Heidelberg, 06.10.14
- Fear Of Men, Brüssel, 03.10.14
- Fear Of Men, Köln, 25.06.14
- Fear Of Men, Ripley, 28.07.13



Dienstag, 20. September 2016

Konzertankündigung Dienstagskonzerte

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Treue Leserinnen wissen, dass ich eine Sympatisantin der Dienstags-Konzerte im Societaetstheater in Dresden bin. Voller Begeisterung muss ich immer wieder im Herbst auf die Pläne von Ina hinweisen mit einem kleinen Bedauern im Herzen, dass es von Karlsruhe einfach zu weit ist, um öfter dabei sein zu können. Diesmal gibt es jedoch einen ganz besonderen und besonders schönen Anlaß, um mit dem Finger auf die Reihe zu zeigen: Sie besteht schon seit zehn (!!) Jahren.


10. Geburtstag der Dienstagskonzertreihe
So | 02.10.2016 |19:00 | Ätna  | Eintritt: 10,- / 12,-    


Di 18.10.2016 20:00 | Maximilian Hecker | Eintritt: 10,- / 12,-
Di 25.10.2016 20:00 | Arpen | Eintritt: 10,- / 12,-
Di 15.11.2016 20:00 | Buriers | Eintritt: 10,- / 12,-
Mi 16.11.2016 20:00 | Peter Broderick | Eintritt: 10,- / 12,-


In der Dreikönigskirche
So | 27.11.2016 | 16 UHR | Martin Kohlstedt | Eintritt: 15,- / 17,-

Aus unserem Archiv:
Sea Of Love, Dresden, 29.12.13
Maximilian Hecker, Tübingen, 25.01.13
Maximilian Hecker, Karlsruhe, 24.01.13
Maximilian Hecker, Stuttgart, 12.01.13
Maximilian Hecker, Frankfurt, 11.01.13

Arpen, Karlsruhe, 30.11.14 
Peter Broderick, Berlin, 05.12.12
Peter Broderick, Paris, 26.10.10



 

Konzerttagebuch © 2010

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