Donnerstag, 23. März 2017

Karo & Lost name, Karlsruhe, 21.03.17

0 Kommentare

Konzert mit Karo & Lost name in der Waldstadt
Datum: 21. März 2017
Dauer: 35 min + 50 min
Zuschauer: 13


Was gibt es schöneres an einem gründlich verregneten Frühlingsbeginn als traurigen Liebesliedern zuzuhören? Wir hatten uns dafür mit Karo aka Karoline Schaum aus Würzburg und Lost name aka Andi Langhammer aus München wahre Spezialisten eingeladen. Sie hatten am Vorabend eine öffentliche Generalprobe in München gespielt und den festen Vorsatz, uns einen ganz besonderen Abend zu schenken. Leider war in München unbemerkt noch ein blinder Passagier ins Auto gestiegen und hatte sich uneingeladen und unwillkommen in Karos Kopf und Rachen breit gemacht. So wurde schon ihr erster Song The Sailor in der Fassung des Tages ganz besonders sanft, nachdenklich schwebend und melancholisch.


Was mich ein wenig an die Musik von Nadia Reid erinnerte (deren neues Album dann prompt am nächsten Tag im Kasten lag) auch wenn die E-Gitarre natürlich anders färbt als eine akustische. Aber diese Stimme... Es blieb aber nicht beim schmachten. Der Song Gold Star erschien mir fast schon bedrohlich über dem stetig langsam schlagendem Beat:  I will burn you. Manchmal liegt eben tatsächlich in der Ruhe die Kraft, besonders wenn sie - wie hier - langsam immer mehr Druck aufbaut. Ein großes Wow und gemeinsames Ausatmen war da am Schluss mehr als angemessen.


Für meinen Geschmack steigerte es sich sogar noch weiter in dem mir kurz scheinenden Set über das von Karo gern gespielte Chris Isaacs Cover Wicked game und Paper Planes zu einer rundum eindrücklichen reichlichen halben Stunde. Da konnte die Erkältung noch so wichtig tun! Nachdem das Publikum zu Beginn als zu ruhig gescholten wurden, gab es schließlich noch richtig lange Filmdiskussionen zwischen den Songs...
 

Setlist Karo:
01: The Sailor
02: Viva la Vladi (Arbeitstitel)
03: Gold star
04: Wicked game (Chris Isaacs Cover)
05: Paper planes


Nach kurzem umstöpseln nahm dann Andi seinen Platz auf der Bühne ein. Auch er begann sehr leise und fast anmutig mit one step forward. Sein Kopf ganz in die Musik versunken über der Gitarre kreisend ... maybe I'm somebody else. Dabei war auffällig für mich, wie die Gitarre als wichtige eigene Stimme kunstvoll eingesetzt und gespielt wurde. Die Stimme in diesem Stück erinnerte mich an Conor Oberst (das scheint zu meinem Leidwesen allerdings eine recht häufig geäußerte Assoziation zu sein) aber die Gitarre sprach eine ganz andere Sprache.


Trotz etwas Bammel vor der wohnzimmertauglich etwas improvisierten Technik war das nächste Stück Simon vom Flirren aus den vorbereiteten Loops begleitet und wurde schließlich wunderbar und ohne Pannen mehrstimmig und hymnisch. The Libertine Song fing mit einer eindrücklichen und hinreißenden Gitarrenmelodie an und baute sich dann wunderbar aus vielen Schichten für uns auf. Die darin geäußerte Idee I sell my guitar to live in the woods erschien mir aber nach solch wunderbarer Performance doch einigermaßen erschreckend bis absurd. Was ihm vielleicht im tiefsten Herzen nicht anders geht, denn er arbeitete sich ordentlich daran ab.
 

Auch später bei Bullet war die innere Pein - über die der Song zu sprechen versucht - mehr als spürbar während er in einer fast traditionellen Liedform zu bleiben schien, bevor er dann doch vielstimmig und ein wenig verfremdet klingen durfte um schließlich mit der inständigen Bitte zu schließen Just take back what you said. Das nächste Lied Skjolden war daneben fast schon simpel. Was immer das heißen soll, denn es griff mir direkt ans Herz und den anderen ging es da nicht anders und auch das Schlußlied des Sets versuchte uns in ruhiger Kraft ordentlich die Seele zu massieren.


Danach durfte noch nicht Schluss sein, auch wenn Andi uns warnte, er hätte nur noch ein Schreistück vorbereitet. Burning Bridges in Venice war tatsächlich laut und wütend, aber damit auch ganz nach unserem Herzen.

Setlist Lost name:
01: Forward
02: Simon
03: The libertine song
04: Untitled
05: Bullet
06: Skjolden
07: Truth or dare or truth

08: Burning Bridges in Venice (Z)


Aus unserem Archiv:
Karo, Nürnberg, 13.01.10
Karo, Paris, 18.10.09 (Oliver Peel session) 


Tourdaten:





Two White Cranes, London, 22.03.17

0 Kommentare

Konzert: Two White Cranes (20 Years Of Trouble)
Ort: MOTH Club, London
Datum: 22.03.2017
Dauer: knapp 20 min
Zuschauer: ca. 100




Als wir im vergangenen Sommer auf unserer Picknick-Decke vor der Hauptbühne des Indietracks' saßen und auf eine uns unbekannte zukünftige Lieblingsbands warteten, lasen wir das Programmheft des Festivals, das - was auch sonst - ein Fanzine ist. Darin war ein Interview mit Sean Price, dem Kopf hinter FortunaPOP!, in dem er verkündete, daß nach 20 Jahren, 200 Veröffentlichungen und einem Haufen Schulden Schluß sei. FortunaPOP! sei Geschichte.

FortunaPOP! hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten nicht nur brillante Platten von Bands wie Comet Gain, den Pains Of Being Pure At Heart, Flowers, Allo Darlin', den Lucksmiths, Chorusgirl, The Ballet, Tullycraft (und wie sie alle heißen) veröffentlicht, der Katalog des Labels war auch wichtigster Pool für das Booking des wundervollen Indiepop-Festivals - und seit vergangenem Jahr meiner kleinen Konzertreihe. Da hört also nicht bloß ein Label auf, da verschwindet deutlich mehr.

Weil schon die Mutter der Indiepop-Label, Sarah Records, mit einer Party das Ende gefeiert hat, kommen die (meisten meiner) nächsten Berichte aus London. 20 Years Of Trouble, der FortunaPOP!-Abschluß, ist so fantastisch besetzt, daß daran nun wirklich kein Weg vorbei führte. 

Ursprünglich sollte das Festival in Londoner Indieclubs von Donnerstag bis Sonntag stattfinden, für die Dauerkartenbesitzer kam irgendwann aber noch der Mittwoch dazu. Man hatte wohl nicht genug Platz für all die Bands, die spielen wollten. Auch ein zweites Sonntagskonzert (mittags um 12 Uhr), reichte nicht, als begann das Ende mit Simon Love and the Old Romantics, einem Überraschungsgast und als Eröffnung mit Two White Cranes im MOTH Club in Hackney.

Im MOTH hatten wir im Dezember die ersten beiden Allo Darlin' Abschieds-Shows gesehen und uns in den wundervollen kleinen Saal des ehemaligen Offiziersclubs verliebt. Hier wieder hinzukommen - toll! Als wir kurz vor dem angekündigten Beginn ankamen, waren wir die ersten, die ihre Festivalbändchen bekamen (von Sean Price und Sarah, die bei meinem Kölner Flowers-Konzert das Merch gemacht hatte). 

Knapp 30 min hinter dem Zeitplan kam Roxy Brennan auf die Bühne. Roxy stammt aus Bristol und war zuletzt Sängerin bei Joanna Gruesome, die Sonntag spielen werden (mit Rachel Kenedy von Flowers als Nachfolgerin). "Ich bin so froh, hier sein zu dürfen und spiele einige Martha-Songs."

Im letzten Jahr hatten die vielen auf dem Camping-Platz übernachtenden Indietracks-Künstler ein Spontankonzert zwischen den Zelten veranstaltet und vor allem Martha-Songs gecovert, Roxy war eine der beteiligten Musikerinnen. Ich war neidisch, als ich als Nicht-Zelter davon gehört hatte. Zurecht, wie ich jetzt weiß.

Roxy hat eine wundervolle Stimme, die den Martha-Stücken einen neuen Anstrich verlieh. Sie hatte zwar Zweifel - "seht euch Martha an! See them play the songs correctly!" - es war aber herrlich!

Leider war der Spuk nach zwanzig Minuten vorbei. Das letzte Lied (1967, I miss you, I'm lonely) war ihr liebster Martha-Song - allerdings seien alle Lieder der Band aus Durham ihre Lieblings-Martha-Lieder.

Setlist Two White Cranes, 20 Years Of Trouble, MOTH Club, London:

01: Present, tense (Martha Cover)
02: Chekhov's hangover (Martha Cover)
03: Christine (Martha Cover)
04: Hackney (Milky Wimpshake Cover)
05: 1997, passing in the hallway (Martha Cover)
06: 1967, I miss you, I'm lonely (Martha Cover)



Mittwoch, 22. März 2017

Dienstagskonzerte im Soci

0 Kommentare

Die Dienstagskonzerte im Soci in Dresden können wieder starten. Zwar sind im März die Handwerker noch nicht ganz fertig, aber da Ina anscheinend die Liste meiner Lieblingsbands genauestens abarbeiten wollte, wurde für Moddi ein Ausweichquartier (und was für eines!) gefunden. Wir arbeiten noch an der Lösung des Transportproblems für mich ... 

Der Vorverkauf für das diesjährige Sound of Bronkow Festival im und um das Soci hat übrigens auch schon begonnen!



Mo | 27.3 | Moddi (Nor) in der Tonne!!!!
Di | 11.4. | Einar Stray Orchstra (Nor)
Di | 23.5. | Chantal Acda (Bel)
Di | 30.5. | Kristoffer Bolander (Swe)

 

Aus unserem Archiv:
Moddi, Freiburg, 01.05.14 
Einar Stray, Storkow, 26.08.16
Einar Stray, Frankfurt, 02.06.16
Einar Stray, Berlin, 01.01.14
Einar Stray, Köln, 20.06.12

Chantal Acda, Nürnberg, 09.04.14 
Kristoffer Bolander, Stuttgart, 20.09.16 






Montag, 13. März 2017

Le-Thanh Ho, Adorf, 11.03.17

0 Kommentare
Konzert: Le-Thanh Ho
Ort: Scala Adorf
Datum: 11.03.2017
Dauer: 90 min
Zuschauer: 18


Tourabschluss mit Hindernissen


Zum Abschluss ihrer kurzen Aufwärm-Solotour kam Le-Thanh Ho in die Scala und bescherte uns einen stillen aber intensiven Abend. Die Texte und Bilder ihrer Lieder hallen noch nach und das pure Konzerterlebnis ist eine ganz besondere Erfahrung im Vergleich zu ihrem in Kürze erscheinenden neuen Album "Staub". Es sollte ein sehr reduzierter musikalischer Abend werden.



Dabei hatte die neue Gitarre von Thanh an diesem Abend ihren ganz eigenen Kopf und war auf der tiefen E-Saite ziemlich bockig. Die Gitarre, ein Geschenk aus Köln, verstimmte sehr schnell, teilweise mitten im Lied und brachte Le-Thanh fast um den Verstand. Sie jedoch hat alle Schwierigkeiten gemeistert, großen Respekt dafür! Sie erzählte uns Geschichten hinter den Liedern, hinter dem neuen Album und brachte ihrem Biest viel Geduld entgegen. Dann musste die Gitarre doch für einige Lieder an der Seite stehen, Thanh sang mal a-capella und später spielte sie mit der Gitarre des Hauses. Dieser letzte Trick half etwas, denn nach der Pause war Thanhs Gitarre weniger stur.



So wurde es ein sehr leiser Abend, das Zuhören war ein Lauschen auf die zartesten Töne und ich versuchte mir irgendwie vorzustellen, wie die Album-Versionen wohl klingen mögen.

Für die Zugaben setzte sich Thanh ans Klavier. Sie erzählte uns, dass sie die meisten Songs des Albums am Klavier schrieb und sie dann auf Gitarre umgesetzt hat.



Das Album „Staub“ wurde mit Unterstützung von Soundtüftlern aus Berliner Club-Szene aufgenommen. Zu Le-Thanhs Liedern haben die Gäste ihren ganz eigenen Sound beigetragen. Im Studio wurden alle Titel solange live und am Stück und ohne spätere Korrekturen mit den Gästen eingespielt, bis der magische Take im Kasten war. Die fantastische Produktion besorgte Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten. Thanh hatte uns schon vorgewarnt, dass das Album sehr wild und experimentell geworden sei. Ich finde „Staub“ einen mutigen Schritt heraus aus der Songwriter-Zone. Andererseits klingen die Titel so aufregend anders und frisch, dass Le-Thanh Ho mit diesem Werk wieder viele Hörer einfangen und begeistern wird.



So war das 44. Scalakonzert mit Le-Thanh Ho ein eindrucksvoller Kontrast zu ihrem neuen Album und macht Appetit auf mehr – vor allem auch auf Konzerte mit ihrer Band.

Le-Thanhs Webseite

Aus unserem Archiv:
Le-Thanh Ho, Karlsruhe, 11.02.16
Le-Thanh Ho, Karlsruhe, 28.01.15





Les concerts de la semaine à Paris du 13 au 19 mars 2017

0 Kommentare


Les concerts de la semaine à Paris du 13 au 19 mars 2017

Le printemps arrive ! Enfin on revoit un peu de soleil et toute de suite on a plus d'énergie. Mais le soir il fait encore frais, donc c'est pas encore la saison des terrasses. Allons plutôt voir des concerts alors et cette semaine on aura encore l'embarras du choix. Fishbach, Cloud Nothings, Lloyd Cole, La Féline ou Laura Gibson (sur la phôto à gauche) le samedi je risque de sortir presque tous les soirs.




Mars:

13: Tove Lo, La Cigale
13: Drake, Bercy
13: Grails, Glazart
13: Jenny Abrahamson, Supersonic
14: Drake, Bercy
14: Jil Caplan, Café de la Danse
14: Fishbach, La Cigale 
14: Bel Plaine, La Maroquinerie
14: Cloud Nothings, Petit Bain
14: Sally Ford, Point Ephémère
15: Julia Jean-Baptiste et Lafayette, Trois Baudets
15: Karen Lano et Pagan Poetry et Emilie Marsh, Divan du Monde
15: Lloyd Cole en solo, La Maroquinerie 
16: Narrow Terrence et Oh Tiger Mountain, Petit Bain
16: Vincent Segal, Sunset 
16: Eric Cheneaux et Ar Ker et Lukas Koening, FGO-Barbara
16: The Garden, Point Ephémère
16: The Wooden Wolf, Les Trois Baudets
16: Russian Circles et Dirge, Trabendo
16: La Féline et Louis Jean Cormier, La Maroquinerie 
16: Acid Arab, La Cigale
16: Anthrax, Elysée Montmartre
17: Deaflovers, Supersonic
17: Onze Onze, Potochkine, David Shaw, Alimentation Générale
17: Apparat et Clara Moto, 10 ans d'Infiné, La Gaité Lyrique
17: The Pigeon Detectives, La Maroquinerie
17: The Wooden Wolf, Musée Eugène Delacroix 
17: Colorado et MNNQNS et Ellah A Thaun, Point Ephémère
18: Laura Gibson solo et Pauline Drand, Pop Up du Label
18: Emily Loizeau, Lieu Surprise 
18: Nosfell, Muséé Guimet
18: Seabuckthorn, Crypte de Notre Dame de Paris, 15h
18: Heliodrome et Savon Tranchand et Manu Louis, Olympic Café
18: Piers Faccini, Musée Eugène Delacroix, 18h30
18: Tinariwen, La Maroquinerie
19: Tinariwen, La Maroquinerie 
19: Colin Faivre et Dylan Golden Aycock, Espace B


 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates