Freitag, 22. September 2017

Adam Evald, Karlsruhe, 17.09.17

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Konzert: Adam Evald mit support AstroMike Gordon
Ort: Toms Dachboden in Karlsruhe
Datum:  17. September 2017
Dauer: 20 min  + 80 min
Zuschauer: knapp 50


Aus Malmö kommt tolle Popmusik. Als erstes traf ich life Big Fox in der Guten Stube und später im Café Nun und dann Solander im Café Nun. Als Bandmitglied und damaliger Support schlich sie dabei auch Adam Evald (Adam Hjertström) in mein Leben und Albin hatte auch einen Auftritt. Und die Erkenntnis, dass das eine lustige Community zu sein scheint, wo jede und jeder irgendwie was musikalisch laufen hat und sonst in den Projekten der anderen mitmischt. Adam Evald hat uns danach in Karlsruhe noch öfter in wechselnden Besetzungen die Ehre gegeben. Insofern dachte ich, dass ich wüsste, was mich an diesem Abend auf Toms Dachboden erwarten würde.... Was irgendwie stimmte, andererseits aber auch nicht. Diesmal war ein ganzer Tourvolvo voller Männer angereist (sonst waren immer auch Frauen dabei gewesen) und  es gab einen neuen Hut - Rembrandt Style ....


Später zeigte sich, dass immerhin Masha Bender auch mit von der Partie war, wenn auch diesmal ohne ihre eigenen Kunstwerke. Als Support fungierte ein Projekt, dass ich nur dem Namen nach kannte: AstroMike Gordon (Cristoffer Csanady), der eigentlich sonst im Trio auftritt, hier aber nur Albin Johansson an den Tasten dabei hatte und auch nur für das letzte Stück (beide spielten später in Adams Band). Dieser Support passte sehr gut zu einem Abend mit Adam Evald, denn er war ähnlich romantisch exaltiert im Auftreten und in seiner Musik - versuchte uns z.B. einzuschwören auf das richtige Applausmass und croonte sich mit Tremolostimme durch seine schwarz-romantischen Lieder.
 

Nach einer kurzen Pause kamen Adam, die beiden Künstler des Supports und Samuel Lundström mit einer Geige auf die Bühne. Adam spielte selbst nur in wenigen Stücken Gitarre und hatte Albin an den Tasten. So konnte er sich mit totaler Hingabe dem Singtanz im Mikrofon hingeben.


Apropos Thema Community bzw. Band. Schon sehr früh im Konzert wurden die Menschen, die mit auf der Bühne saßen, eingemeindet in die Band des Abends, was zu großer Erheiterung im Raum führte.


Ein Moment, der mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird, ist wie Adam singend durch das Publikum schritt, um schließlich zum mehrfach wiederholten Is that real ersterbend liegen blieb.  Das geht halt sehr viel besser, wenn man nicht am Klavier sitzen bleiben muss....


Wobei der Kampf um die nachdrücklichste Erinnerung vielleicht doch auch von der singenden Säge bei Leaving gewonnen werden könnte. Da tropfte der Herzschmerz auf den Dachboden, dass es nur so eine Art hatte und wahrscheinlich auch die Geister die Tränen in den Augen hatten.



Setlist:
01: The day I give you
02: Dancing heart
03: Guts
04: That day
05: Map of mistakes
06: Dust & Ashes
07: Leaving
08: White night
09: Godspeed Blue lion
10: Stardust
11: My amaranthine dream
12: In the next life

13: Love knuckles peace love (Z)
14: Swimming in Romance (Z)


Aus unserem Archiv:
Adam Evald, Karlsruhe, 15.05.16
Adam Evald, Karlsruhe, 13.05.15
Adam Evald, Karlsruhe, 24.05.14
Adam Evald, Karlsruhe, 04.04.14 



Zoë Keating, Nürnberg, 21.09.17

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Konzert: Zoë Keating
Ort: Künstlerhaus Nürnberg, Veranstaltungsreihe 
        cluster | electronic classic session
Datum: 21. September 2017
Dauer: 95 min
Zuschauer: etwas über 200
 

Dass ich Zoë Keatings Musik erst kennen und dann lieben gelernt habe, habe ich Amanda Palmer zu verdanken.  Ich glaube, eine nicht unwichtige Rolle hat dabei gespielt, dass ich sie live auf der Tour von Amanda im Oktober 2008 erleben durfte. Sie hat damals (mit einem Geiger und einer Theatergruppe) Amandas Begleitband gebildet und auch ein eigenes Set gespielt. Seitdem ist wirklich sehr viel Zeit vergangen. Der Kontakt ist aber geblieben und ein Gefühl der Verbundenheit - und die Sehnsucht ist gewachsen, endlich auch wieder einmal live einen Abend mit dieser phänomenalen Frau und ihrer abefahrenen Cello-Tour-de-Force zu erleben.
 

Als im Frühjahr bekannt wurde, dess es dieses Jahr einen Termin in Deutschland geben würde - und das auch noch in Nürnberg - habe ich mir sofort ein Ticket gekauft. Das mache ich wirklich nur ganz selten. Und ich habe mich ohne wenn und aber auf den Abend gefreut - ihn so organisiert, dass ich Zeit habe, mir kein Zug wegfährt und ich ganz da sein kann. Freundlicherweise hat dann Petrus auch noch ein wenig Zauberstaub auf den Tag gestreut und ich hatte schon wunderbar Sonne und Nürnberger Leben getankt bevor ich mich auf den Weg zum Festsaal im Künstlerhaus machte und schließlich einen Platz ganz nah am Geschehen fand. Die Frage stand natürlich im Raum: Wird es neues Material zu hören geben?
 


Mein musikalisches Kennenlernen von Zoë erfolgte fiel in die Zeit ihres Albums One Cello x 16 Natoma, das mit Sun will Set beginnt. So passte es irgendwie besonders gut für mich, dass auch das Konzert mit diesem Stück begann. Und irgendwie auch zu dem Abend, der gerade eben die Sonne glorios verglühend hinter den Horizont verabschiedet hatte. Außerdem zu meinem jahreszeitlichen Thema, dass es so schmerzt, dass der Winter schon seine Klauen ausstreckt, sich das aber bis Ende September und mit Glück noch bis in den Oktober hinein ein wenig verleugnen lässt - vor allem an so einem schönen Sonnentag, wie dieser 21. September (traditionell!!) war.
 

 
Etwas später kam auch noch Frozen Angels von diesem frühen Album zur Aufführung, das so schwermütig beginnt und die schreckliche Schönheit (ich hasse Kälte!!) von Eis und Schnee als Stillstand vor meinen inneren Augen zeichnet. Tatsächlich ist es jedoch das derzeit immer noch neuste Album Into the trees, das ich am meisten gehört habe und dessen Songs mir deshalb total vertraut und nah sind. Von diesem gab es auch Kostproben. Zum Beispiel das treibende, mitunter wild umherlaufende, rufende und sich dann in ruhigeren Passagen neu ausrichtende Escape Artist. Und Seven League Boots, zu dem es auch gleich eine Geschichte gab. In dem Song hätte ihre Sehnsucht nach dem Blick auf das Meer Ausdruck gefunden, der sich nur nach einer anstrengenden
Wanderung durch den Wald schenkt, den sie hochschwanger für einige Zeit nicht gehen konnte. Es war für mich sehr schön zu sehen und nah zu erleben, mit welcher Lebenslust und Souveränität die Musikerin ihren Liedern auf der Bühne Leben einhauchte und auch mit uns, ihrem Publikum ins Gespräch kam.
 


Außerdem war das klagende Lost (Zoë widmete es dem apocalyptischen Lebensgefühl der letzten Montae) genauso wie des herrliche Optimist vom Album dabei. Als letztes Stück das Sets setzte es wie mit Herztönen schlagend ein und flirrte dann so verheißungsvoll bevor sich dann Töne wie Lichtstrahlen in den Blick schoben. Das passte gut zur magischen Stimmung das Konzertes. Zumal die Melodie in der normalen Cellolage für mich schon immer so etwas zutiefst tröstliches hat, obwohl es ja nur drei absteigende Töne sind. Und irgendwie schubst einen das Lied auch hinaus.
 
 

Der ganz besondere Mehrwert des Konzertes gegenüber einem weiteren Durchlauf des Albums im Sessel zu Hause war neben dem Erleben von Zoë als Künstlerin natürlich reichlich neues Material, das mir sehr große Vorfreude auf das hoffentlich bald erscheinende Album machte. Am sprechendsten für mich war das Stück, das nach Lost im Set gespielt wurde. Darin spürte ich sehr viel über Liebe und Abschied - Themen, die in den letzten Jahren dramatisch in Zoës Leben eingegriffen haben. Und ich musste mir doch glatt ein paar Tränen aus den Augen wischen.
 


Trotz des Versprechens, die neue Musik auch bald zu veröffentlichen und auch so bald als möglich wieder ausführlicher in Deutschland zu touren, wollten wir uns nicht ganz ohne Zugabe verabschieden. Zoë hatte dafür etwas tolles vorbereitet - ein Stück von Beethoven, das mir noch aus Schulzeiten so geläufig ist, dass ich es mitsummen könnte (wenngleich auch nicht unbedingt die Cello-Stimme).
 

Setlist:
01: Sun will set
02: Seven league boots
03: Frozen Angels
04: Escape Artist
05: Time is running out (Muse-cover)
06: Quito song noch ohne Titel
07: Exurgency
08: Lost
09: Noch ohne Titel
10: ??
11: Noch ohne Titel
12: Optimist

13: Beethoven 7. Sinfonie, 2. Satz (Z) 


Tour:
22.09. Nürnberg, Künstlerhaus
24. & 25. 09. London Kings place
27.09. Istanbul

Aus unserem Archiv:  
Zoë Keating, Heidelberg, 14.10.08




Mirja Klippel, Karlsruhe, 20.09.17

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Konzert: Mirja Klippel mit Alex Jøhnsson
Ort: Gabrieles Wohnzimmer in Hohenwettersbach
Datum: 20. September 2017
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 30


Im Frühjahr hatte ich Post mit dem Angebot des Dänen Alex Jøhnsson mit seiner Gitarre nach Karslruhe zu kommen. Nach kurzer Verhandlung hatte er mir in anbieten mehrerer Varianten tatsächlich ein sehr verführerisches Angebot gemacht und die Finnin Mirja Klippel angestiftet, ihn zu begleiten. Die beiden hatten gerade im Rahmen einer Deutsch-Finnischen Woche Konzerte mit finnischer Musik gespielt, aber an diesem Abend in Hohenwettersbach stand die Musik von Mijra im Zentrum, die mit englischen Texten auch in Deutschland (und in ihrer Wahlheimat Kopenhagen) verständlich sind.


Im ersten stets so unwillkommenen umgewöhnen auf den grauen Herbst hatte sich das Wetter auf den Konzertabend zum Glück beruhigt und die Wolken vertrieben und zeigte sich als Vorbote eines versprochenen (letzten?) Spätsommerglühens. Fasziniert und beglückt hatte ich mich dem Zauber des Ausblicks von Hohenwettersbach ins Blaue ergeben, wurde aber unwiderstehlich in Gabrieles Wohnstube gezogen und dort von bekannten Gesichtern begrüßt und in die Runde geschlossen. Vorfreudige Atmosphäre mischte sich dort mit dem Austausch der neusten Neuigkeiten. Die Sommererlebnisse waren ja gerade erst vorbei und in den Herzen präsent. 
 


Ich hatte mich sehr darauf gefreut, in die Ruhe von Mirjas Stimme einzutauchen, hatte aber sonst keine Vorstellung, was mich musikalisch erwarten würde. Als die beiden die Bühne einnahmen, war schließlich immerhin so viel klar: Alex hatte eine E-Gitarre verbunden mit allerlei Effektgeräten vor sich auf dem Boden vorbereitet und Mirja eine akustische Gitarre dabei. Für beide war ein Gesangsmikrofon vorgesehen. Alex übernahm später in einigen wenigen Liedern eine zweite Stimme - höher als Mirja...



Nachdem die Musik begonnen hatte, habe ich gar nicht mehr viel geschaut oder auch nur gedacht, sondern still genossen. Die dunklen Orte, an die uns Mirja in ihren Liedern führte, hatten viel mystisch dunkles, nicht sofort in Worten erklärliches und waren doch sofort zugänglich und vertraut. Vielleicht auch gerade besonders an diesem Tag des endgültigen loslassens von Sommer und Licht. Sie waren darin auch tröstlich und warm.



Wenn man die Art zu singen und die Gitarre zu spielen bei Mirja als dunklen Folk und wenig verkünstelt beschreiben kann (ich dachte manchmal an Joni Mitchell vom Singduktus her oder Diane Cluck von der Magie der Darbietung), so setzte Alex mit seiner Gitarre meist ganz unaufdringlich aber doch sehr kunstvoll einen Rahmen für die Lieder, der sie in der genau passenden Art glänzen und scheinen ließ. Weshalb ich das eine ums andere Mal habe dann doch fasziniert die Augen geöffnet habe, um ihm auf die Hände zu schauen.


Das Publikum war jedenfalls vom ersten Moment sehr aufmerksam dabei und klatschte begeistert Applaus. Besonders werden uns aber doch die zwei Sahnekrönchen in Erinnerung bleiben: die finnischen Zugabenlieder.

Setlist:
01: River of Silver
02: Jar
03: Pride
04: Joy
05: Lift your Lion
06: Stargazing

07: Mirror Eyes
08: Low Tide
09: Black Horse Wisdom
10: Chains
11: Wilful Child
12: Where I Go

13: Finnischer Tango
14: Finnisches Lied 

Tourdaten:













Dienstag, 19. September 2017

Carmen Underwater, Karlsruhe, 18.09.17

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Konzert mit Carmen Underwater in der Karlsruher Waldstadt
Datum: 18. September 2017
Dauer: 105 min
Zuschauer: 7


Es ist schon das zweite Mal in der letzten Zeit, dass ich als Gudrun, Freundin von Oliver begrüßt und eingeordnet wurde und es ist nicht Oliver aus Paris gemeint, sondern Oliver aus Berlin... 
 

Als mir das zum ersten Mal geschah (die Geschichte wird hier noch ausführlicher erzählt, versprochen!) habe ich sehr gelacht und mich auch ein wenig gewundert, wie der Mundfunk so funktioniert. Diesmal war es aber "mit Ansage": Carmen Underwater sind (noch!) in Berlin zu Hause, haben sich aber im April auf eine ausgedehnte musikalische Familienabenteuerreise gemacht, die von Anfang an diesen Stop in Karlsruhe eingeplant hatte, weil der Berliner Oliver uns aufeinander verwiesen hatte.
 

Was wir dann bekamen war auch mir gewieften Konzertgängerin etwas Neues: Musik und obendrauf Geschichten von der Reise. Das geht natürlich in so intimem Rahmen ganz besonders gut und aus der Erzählung wurde bald ein Gespräch mit vielen Fragen und eigenen Erfahrungen.
 

Carmens Musik speist sich aus tief im Herzen verankerten guten wie schlechten Erfahrungen. Insofern sind sie innig und wild, flüsternd und schreiend stets in der Lage, in meinem Inneren Gefühle anzustoßen und mich der Stimme und dem Herzen dahinter zu öffnen. Ich bin sehr froh, dass auch wir eine Station auf der Complete-Tour sein durften. Carmen und ihrer kleinen Familie wünschen wir  alles Gute auf den Weg und uns allen vielleicht ein Wiedersehen (was ihren Erzählungen nach gar keine allzu große Seltenheit sein soll). 

Wo die Reise lang ging und noch gehen wird:




Montag, 18. September 2017

Les concerts à Paris du 18 au 24 septembre 2017

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Semaine riche en concerts club comme on les aime. Pas les gros spectacles à l'Olympia ou au Zénith, mais des gigs dans les petites salles comme l'Espace B, le Point Ephémère ou l'Olympic Café. Puis il y a aussi le Paris Popfestival et plusieurs dates de la jeune chanteuse Pomme à la Boule Noire !


 
18: The Babe, Rainbow, Espace B
18: Pomme, Boule Noire
18: Peter Hook, Substance, New Order vu de l'intérieur, Maison de la poésie
18: Adella, Lisa Portelli, Trois Baudets
19: Pomme, Boule Noire
19: Julia Jean-Baptiste, Les Nautes
19: Maximo Park, Maroquinerie
20: The Drums, Gaité Lyrique
20: Pomme, Boule Noire
20: Hitzig et Mordecai, Pop In
20: Louise Roam et Irène Drésel, FGO Barbara
20; Polo & Pan, Elysée Montmartre
20: Witch avec Jacco Gardner, Espace B, complet
20: Hitzig, Le Pop In
20: Elsa Kopf, Le Motel
20: Louise Roam = Irène Drésel, FGO Barbara
20: Clap Your Hands Say Yeah!, Maroquinerie
20: Spiral Stairs + Canshaker Pi, Olympic Café
21: Chastity Belt, Magic Potion et Guantanamo Baywatch, Espace B, complet
21: Niki Noves et Françoiz Breut, La Java
21: Pinact x TH da Freak, La Mécanique Ondulatoire
21: Pomme, Boule Noire
21: Yalta Club, Telegraph, No Mountains, Supersonic
21: Dantone, Showcase Balades Sonores
21: Lucien & The Kimono Orchestra, FGO-Barbara
21: Everything Everything, Maroquinerie
21: Bon Iver, Salle Pleyel
21: Kyrie Kristmanson, Silencio
21: Ennio Morricone, Bercy
21: Thea et Manolo Redondo, Trois Baudets
22: Paris Popfest: The Luxembourg Signal, Parenthesis Dot Dot Dot, White Town, Espace B
22: She Past Away + Ash Code, Petit Bain
22: Bon Iver, Pleyel
22: Lydia Lunch, Instants Chavirés, Montreuil
22: Chui Wan, Supersonic
23: Bon Iver, Pleyel
23: Jen Cloher, Olympic Café
23: Bootblacks + Holygram & Adam Usi, Le Klub
23: CFM, Male Gaze, Espace B
23: La Nuit du Mali, Bercy, avec entre autres Salif Keita et Oumou Sangare
23: Stephen O'Malley (Sunn O ))), Maroquinerie
23: Paris Popfest au Hasard Ludique, avec Spearmint, Mehdi Zannad feat. Dorian Pimpernel et plein d'autres
24: Jessica Moss, Espace B
24: King Creosote et Will Samson, Point Ephémère
 


Sonntag, 17. September 2017

The Killers, Köln, 15.09.2017

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Konzert: The Killers
Ort: Live Music Hall
Datum: 15.09.2017
Dauer: 80min
Zuschauer: ca.1500 ausverkauft



Wer schon immer einmal wissen wollte, wie es am Anfang der `90 Jahre in Köln aussah, die Live Music Hall bietet immer noch eine Menge Antworten.

Eine 150 Meter lange Schlange am Eingang, Garderobe, WC und Essen auf dem Hof und im Innern der immer gleiche Charme alter Fabrikhallen und Säulen mit rot umschlungenen Lichtschläuchen.

Das mag so gar nicht passen, zu der großen. glamourösen Band aus Las Vegas. The Killers laden zum exclusiven Clubgig, außer Köln fand nur in London ein weiteres Konzert im kleinen Rahmen statt.

Die Veröffentlichung der neuen CD "Wonderful, Wonderful" steht an und es blieb zu befürchten, für den happigen Eintrittspreis nur unbekannte Songs und einige Alibihits geboten zu bekommen. Diese Angst blieb zum Glück unbegründet.

Die Band startet zwar mit einem neuen, schon veröffentlichten Song "The Man", legt danach aber sofort den Schalter auf Hitmodus um und lässt Publikumslieblinge wie "Somebody told me" und "Smile like you mean it" früh im Set folgen. 


Das erinnert an die ewigen Selbstzweifel von Sänger Brandon Flowers. Dieser ließ zum damaligen Headlinerset der Band bei Rock am Ring vor laufender Kamera Handzettel mit Liedtexten im Publikum verteilen, da er fürchtete, die Band könnte die Zuschauer sonst langweilen.

Diese Zeiten scheinen vorüber. Brandon wirkt zwar nicht nur äußerlich immer noch so glatt wie Markus Lanz, der Auftritt hier ist aber wesentlich besser als viele pomadige und gespielt arrogante in der Vergangenheit.

Der schwitzige Club scheint nicht nur Drummer Ronnie Vannucci zu Höchstleistungen anzuspornen, spätestens vor dem ungewöhnlich mutigen "Joy Division"-Cover mit "Shadowplay" ist das Eis gebrochen und unzählige Damen in Killers-T-Shirts bitten zum Tanz.


Flowers tigert dabei rastlos über die kleine Bühne, nur selten bemüht er das riesige, für ihn aufgebaute Keyboard um einige Takte zu spielen. Der flotte Dreier vor den Zugaben mit "Read my mind", "Runaways" und das lange nicht gehörte "All the things that i`ve done" funktioniert hervorragend und lässt endlich auch etwas Spontanität zu.

Flowers berichtet in einer langen Ansprache von den Anfangstagen in Europa als Vorband von "British Sea Power" und wie beeindruckend für ihn der erste Besuch am Dom war, sind doch die Gebäude im Historic District von Las Vegas aus den 1960ern. Das bringt Sympathiepunkte und wirkt nicht auswendig gelernt.  

Als Zugabe folgt mit "Tyson vs. Douglas" ein neuer Song sowie die beiden Gassenhauer "When we were young" und natürlich "Mr. Brightside". 

Über den Sinn solcher Promokonzerte lässt sich trefflich streiten. Sollte es für die Band ein Weckruf sein, das auch kleine Konzerte sowohl für die Künstler als auch die Zuschauer etwas Besonderes sein können, hätte es seinen Zweck erfüllt. 

Fotos: Michael Graef


Alin Coen, Karlsruhe, 10.09.17

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Konzert: Alin Coen Band mit Support Luisa Babarro
Ort: Tollhaus in Karlsruhe
Datum: 10. September 2017
Dauer: 25 min + 90 min
Zuschauer: etwa 400

 
Das Jahr 2017 wird wohl mit einem Negativrekord in Bezug auf Konzertbesuche in meine persönlichen Annalen eingehen. Aber wenn die Alin Coen Band in einem meiner liebsten Konzertorte in Karlsruhe aufspielt, dann wird das Teilnehmen zum Muss, sogar in einem solchen Jahr! Das letzte Treffen war mir schon viel zu lange her und der letzte Auftritt in Karlsruhe lag sogar schon satte fünf Jahre zurück. Höchste Zeit also, mich endlich wieder von ihren poetischen Liedern bei der Hand nehmen zu lassen und auf ihr leises und nachdenkliches komm mit mir mit zu hören.


Der Abend begann aber mit  Luisa Babarro am Cello - über die größte Zeit des kurzen Sets unterstützt durch Philipp Martin an der Gitarre. Als Eröffnung des Abends mit Liedern von Alin Coen erschien mir das durchaus sinnvoll und mir gefiel das warme Cello, ihre warme Stimme und ihre Trockenhumorigkeit in den Geschichten. Trotzdem blieb da für mich noch zu wünschen übrig - vor allem in Bezug auf die Texte: ...  ich mach die Augen zu du machst die Augen zu und sind die Augen zu kommen wir zur ruh... ergibt in meinem Herzen keine Poesie und erschafft kein inneres Universum, das über die eigentlichen Worte hinausgeht.


Vor dem Konzert habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, was ich von dem Abend mit Alin Coens Musik erwarten könnte. Es gibt ja offiziell kein neues Material. Also würde es wohl ein wiederhören mit vertrauter Musik und wiedersehen mit bekannten Gesichtern geben? Vielleicht auch ein ausprobieren von neuem Material? Mit Beginn des Konzertes zeigte sich zunächst: Es gab sowohl für mich neue als auch alte Bandmitglieder. Es war wieder wunderbar, Fabian Stevens an den Drums zuzusehen, zumal er hinter Alin sehr gut in meinem Blickfeld lag. Mir unbekannt waren Lars Dahlke an der Gitarre und Philipp Martin am Bass und anderen Instrumenten. Ein wenig überraschend für mich war diesmal kein Jan Frisch dabei, dem ich doch zu gern beim Gitarre spielen zusehe...


Im Laufe des Abends zeigte sich dann außerdem: Die bekannten Lieder waren für die Tour sorgfältig neu eingekleidet worden. Und ein wenig neues Material wurde auch untergemischt und damit meine stille Hoffnung erfüllt. Geblieben war die zauberhafte Wirkung von Alins Texten auf mich und das Staunen über die Vielfältigkeit der musikalischen Register iher Musik. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir vom neuen Material Das Beben - wirklich eine neue Perle. Dann Disconnected - der Nutellasong... Der war aber ganz schön flirrig und rumwieselnd unterwegs diesmal in seinen aufgehübschten musikalischen Kleidern.


Sehr eindringlich und wunderschön war der Soloteil: Zwei Songs an der Gitarre und anschließend Wechsel an die Tasten. Schon das erste Lied Die Gefahr war so wunderbar innig und hintupfend - und Andere Hände nicht minder hingebungsvoll und irgendwie so melancholisch tröstend. Wie macht sie das nur? Und als schließlich Du bist so schön angesagt wurde, verursachte das ein tiefes freudiges Aufseufzen neben mir. Dem ich nur aus tiefstem Herzen zustimmen konnte. Ebenso poetische Texte haben ja auch Rückenwind und Wer bist Du - die mit Band dargebracht wurden. Richtig über sich hinauswachsen durften die Jungs zunächst für das klickernde und vorwärts treibende High expectations und schließlich für das furiose Hol mich ein als Rausschmeißer mit Soli für alle Bandmitglieder.
 

Ich rechnete natürlich fest mit Zugaben - und hoffte auf einige Lieblinge, die noch nicht "dran" gewesen waren. Und dieser Wunsch wurde auf das Schönste erfült. Zweimal kam Alin bzw. Alin mit Band wieder heraus und spielte jeweils zwei der sehr etablierten Lieder wie Alles was ich hab (und ich hatte wieder das Gefühl, dass auch an diesem Abend alles gegeben worden war) oder das herrliche Festhalten mit immerwährender Gänsehautgarantie und ganz zuletzt: Das letzte Lied... Was für ein phantastischer Abend!


Setlist:
01: Wolken
02: Same Boat
03: Beben
04: Kites
05: Disconnected
06: Die Gefahr (Solo)
07: Andere  Hände (Solo)
08: Leichtigkeit (Solo)
09: Du bist so schön (Solo)
10: Wer bist Du?
11: Du machst nichts
12: Fountain
13: High Expectations
14: Einer will immer mehr
15: Hol mich ein

16: Alles was ich hab (Z)
17: Ich war hier (Z)

18: Festhalten (Z)
19: Das letzte Lied (Z)
 

Aus unserem Archiv:
Alin Coen Band, Mannheim, 10.08.14
Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13
Alin Coen Band, Karlsruhe, 19.09.12  


Tourdaten:
02.09. Binz, Kurplatz
07.09. Münster, Jovel
08.09. Düsseldorf, Fuchs & Hase
09.09. Mainz, Frankfurter Hof
10.09. Karlsruhe, Kulturzentrum Tollhaus
12.09. Freiburg, Jazzhaus
13.09. Aschaffenburg, Colos-Saal
14.09. Braunschweig, Kulturzelt
16.09. Leipzig, Parkbühne Geyserhaus
17.09. Wien, Porgy & Bess
18.09. Reutlingen, Kulturzentrum franz.K
20.09. Bremen, Modernes
21.09. Rostock, M.A.U. Club
22.09. Magdeburg, Moritzhof
23.09. Potsdam, Waschhaus 


Konzertvideo 2017 



She makes war, Stuttgart, 16.09.17

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Konzert: She makes war
Ort: Secondhandshop Øbscür in Stuttgart
Datum: 16. September 2017
Dauer: etwa eine Stunde
Zuschauer: etwa 100


An English version is published on Even the stars.

Sie ist wieder da. Nachdem ihr neustes Album Direction of Travel nun schon fast 1,5 Jahre alt ist und musikalische Reiseabenteuer in Indonesien bestanden wurden, ist Laura Kidd als She makes war endlich wieder in Deutschland unterwegs. Die Konzertlücke war für mich spürbar zu lang gewesen, weshalb ich nicht lang darüber nachdenken musste, ob sich der Weg nach Stuttgart lohnen würde. Dort sollte die Musik in für mich praktischer Nähe zur S-Bahn in einem Laden zelebriert werden - wieder einmal ein neuer Konzertort im Konzerttagebuch.


Als ich ankam, war der Soundcheck und das umräumen noch voll im Gang. Stuttgart präsentierte sich draußem im Regen, aber drin wurde viel gelacht. Es ist so schön, dass sich Vertrauen und Freundschaft zu einer ganzen Anzahl von Menschen in Deutschland entwickelt haben, die im Angesicht von Brexit und dem alltäglichen Wahnsinn in der Politik in unseren Ländern und anderswo tragen. Das hat sich Laura ehrlich erarbeitet und ich bewundere, wie sie als unabhängige Musikerin ihren Weg ganz unbeirrt geht. Besonders schön war deshalb, dass sich schließlich der Laden bis an den Rand füllte. 


Laura begann nur mit ihrer Ukulele "bewaffnet" ihre Magie zu verbreiten: Time to be unkind. Ein im Duktus eher ruhiges Lied testete auch gleich aus, wie groß die Bereitschaft zum zuhören im Publikum war oder ob der eine oder die andere noch lieber die Neuigkeiten austauschen wollten. Zu meiner Überraschung und Freude war die aufmerksame Stille fast sofort hergestellt und die Stuttgarter erwiesen sich als perfekte Zuhörerschaft: Aufmerksam und ganz ruhig während der Musik und nicht geizig mit Applaus sobald ein Lied verklang. 


Laura war zunächst noch nicht so gesprächig, aber für Please don't gab es dann doch eine erste kleine Geschichte für die ich ihre Konzerte so mag. Der trockene Humor und die Bodenständigkeit machen sie für mich so wunderbar sympatisch. Kurz später auch für Delete - dem Evergreen, für den sie wieder mit der Flüstertüte bewaffnet eine Runde durch das dicht gedrängte Publikum drehte. War mir bei Delete schon ganz warm ums Herz geworden vor Nostalgie (dabei ist unsere Bekanntschaft doch erst ganze drei Jahre alt...) waren The Best (für das es auch ein Video aus Karlsruhe gibt von unserem ersten Abend) und Slow puncture zwei Stücke, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.


Sehr toll auch I want my country back. Aber spätestens hier wurde mir klar, dass es wirklich höchste Zeit wird, dass ich sie einmal live mit Band erlebe. Das Lied - der Knaller!! - hätte das wirklich verdient gehabt. Ob ich dafür wohl mal auf die Insel fliegen muss?


Setlist:
01: Time to be unkind
02: Olympian
03: Drown me out
04: In cold blood
05: Please don't
06: Delete
07: The best
08: Slow puncture
09: Undone
10: I want my country back
11: Devastate me
12: Paper thin

13: Olympian 2 (Z)
14: Dear heart (Z)
15: Scared to capsize (Z)


Tourdaten:
14.09. House gig, Bern
15.09. Gaskessel, Bern - w/ The Two Romans
16.09. Øbscür, Stuttgart
17.09. AZ, Köln w/ Barrier Reef/The Great
19.09. Cowhide Concerts, Schwalbach
20.09. Zentralcafe im Künstlerhaus, Nürnberg w/ Avery
22.09. KaffeeSatz, Chemnitz
23.09. Scala Adorf, Neukirchen email: info@scala-adorf.de
27.09. Polyester Klub, Oldenburg
28.09. Thav, Hildesheim w/ GR:MM
29.09. Sofa Salon, Berlin email: berlinsofasalon@gmail.com
01.10. Soirees Cerises, Brüssel email: fbulte@gmail.com



Aus unserem Archiv:
She Makes War, Karlsruhe, 09.05.15
She Makes War, Karlsruhe, 23.10.14
She Makes War, Karlsruhe, 11.03.14

Mittwoch, 13. September 2017

Alvvays, Köln, 12.09.17

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Konzert: Alvvays
Ort: Blue Shell, Köln
Datum: 12.09.2017
Dauer: Alvvays 65 min, Alaskalaska knapp 35 min
Zuschauer:  ca. 200 (ausverkauft)



Manchmal gibt es so Konzerte, auf die man seit Jahren wartet. Also nicht "man" sondern ich, normale Menschen haben solche Probleme nicht. Seit Alvvays 2014 in meiner Aufmerksamkeit aufgetaucht sind, möchte ich die kanadische Indiepop-Perle live sehen. Das Debüt-Album Alvvays ist eine fantastische Sammlung wundervoller Lieder. Das bekannteste von denen ist Archie, marry me, meine Lieblinge sind allerdings Atop a cake und Next of kin. Vergangene Woche erschien Nachschub mit Antisocialites. Ich hatte das Album am Nachmittag zum ersten Mal gehört und war sehr angetan, wie durchgängig gut die Platte geworden ist. Drei, vier Lieder blieben sofort hängen, was ein Qualitätsmerkmal ist.

Der Einlaß hatte sich eine ganze Weile verzögert, weil es wohl technische Probleme gab. Das Blue Shell war ausverkauft, daher war ich früh da. Als die Türe geöffnet wurde, ging es plötzlich sehr flott. Eine ganze Menge junger Menschen schleppte Sachen auf die Bühne, stellte sich auf und begann ein Konzert. Alaskalaska hatte ich irgendwo aufgeschnappt und wieder vergessen. Daß ich den Namen in ein paar Jahren noch weiß, bezweifele ich stark, denn nach ganz okayem Beginn, wurden Alaskalaska irgendwann unschön. Dieses Irgendwann kann ich präzisieren. Bei den ersten Liedern kam das bedrohlich vor mir schwebende Saxophon nur durch wenige, sehr untypisch gespielte Töne zum Einsatz. Als stünde in seinem Vertrag "ab Minute zehn darfst Du hemmungslos sein", begannen dann die fiesen 80er-Jahre Saxophon-Soli. Aus einen harmlosen aber nicht schlechten Konzert wurde dadurch eine Funkpop-Sache, die leider so gar nicht als Vorbereitung für die Hauptband taugte. Aber auch 34 Minuten gehen vorbei, auch wenn die letzten 20 schwierig waren.

Als Alvvays um halb zehn zu Klängen dieses Dudelsack-Pophits aus vergangenen Zeiten, dessen Namen mir nicht einfallen will, auf die Bühne kamen, war das Blue Shell knallvoll. Warum auch immer... Alvvays sind für eine Indiepop-Band riesengroß! Daß das verdient ist, war nach drei Minuten jedem im Saal bewußt. Alvvays haben nicht nur die Songs, sie spielen sie auch hervorragend live und - überhaupt nicht unwichtig - die Band ist hochsympathisch.

Es begann mit Saved by a waif vom neuen Album, dem Lied mit den hohen Tönen im Refrain, das aber trotzdem auch von Camera Obscura stammen könnte. Nach einem der großen Hits von der ersten Platte (Adult diversion), folgten erst einmal nur Lieder von Nummer zwei. Eigentlich keine gute Idee, allerdings sind In undertow, Plimsoll punks und Lollipop (Ode to Jim) Riesenhits. Ich kannte keins der neuen Lieder länger als ein paar Stunden, sie klangen aber während des Konzerts nicht nur vertraut, sie lösten bei mir auch nach ein paar Takten großen Spaß aus. In undertow, dessen erste Töne mich an I think we're alone now von Tiffany* erinnern (was gut ist!) ist ein verdammt guter Song! Plimsoll punks auch! Und Lollipop


Ich habe selten ein Konzert einer Band mit ganz frischer neuer Platte erlebt, das so homogen verlief. Nur einmal, bei Forget about life gab es einen kurzen geplanten Bruch. Sängerin Molly Rankin legte die Gitarre weg und sang das ruhigste Stück, das auch von Flowers stammen könnte.

Das Konzert war fantastisch und hatte keinen Moment, der es nicht war. Bis auf Already gone spielte die Band jedes Lied der neuen Platte. Und dazu die Knüller des ersten Albums. Aus denen ragte, was die Reaktionen angeht (meine Vorlieben hatte ich ja geschildert), natürlich Archie heraus. Das Stück hat unfassbar hohe Spotify-Statistiken, erfuhr ich vor dem Konzert. Aber es war nur eines von vielen Highlights. 


Weil das Blue Shell (das nichts mit dem bösen Shell zu tun hat, Molly und Alec!) so voll war, konnten die fünf Kanadier die Bühne nicht verlassen und spielten die Zugaben gleich mit. Die Frontfrau hatte das kurz vor dem geplanten Ende ihren Kollegen angesagt (neben Gitarrist Alec O'Hanley sind das Keyboarderin Kerri MacLellan, Schlagzeugerin Sheridan Riley und Bassist Brian Murphy). Die erste (nicht-wirklich) Zugabe war Dives vom Debüt, das letzte Lied ein Cover. Als Molly etwas von "Let's go swimming" sagte und die ersten Takte auch so klangen, dachte ich einen Moment an ein Allo Darlin' Cover, das fremde Lied war aber Trying to be kind von The Motocycle Boy, das auch in der Alvvays-Version toll war! 

Was mich aber neben der wundervollen Musik so begeisterte, war das souveräne aber unglaublich nette Auftreten der Band. Alvvays spielten vor vollem Haus, waren aber herrlich natürlich. "Ist heute Dienstag? Wie heißt Dienstag auf Deutsch?" Später fragte die Sängerin, wo Düsseldorf liege. Fans hatten die Band angeschrieben und gebeten, auch einmal in Düsseldorf zu spielen. Aus den kölntypischen Reaktionen schloß sie, daß man sich nicht mag. "Oh, the Dusseldorfians are your rivals?" Auch wenn sie diesen Teil der Kölner DNS nicht kannte, hatte Molly mehr Ahnung von Köln als ich. "Cologne is the city of giving, isn't it?" begründete sie ihren Wunsch, daß wir die "tiny people" von hinten nach vorne durchlassen sollten.

Musikalisch erinnern mich Alvvays oft (und sehr gerne) an Camera Obscura (was sehr sehr gut ist!). Die schottische Band ist aber legendär müssrisch auf der Bühne und zählt nicht zu den nettesten hundert unter meinen Lieblingsgruppen. Alvvays sind die netten Camera Obscura. Das wusste ich bis gestern nicht, das begeistert mich aber noch einmal eine Ecke mehr für die Kanadier!

Setlist Alvvays, Blue Shell, Köln:

01: Saved by a waif
02: Adult diversion
03: In undertow
04: Plimsoll punks
05: Lollipop (Ode to Jim) 
06: Not my baby
07: Hey
08: Atop a cake
09: Forget about life
10: Your type
11: Next of kin
12: Ones who love you 
13: Archie, marry me
14: Dreams tonite
15: Party police
16: Dives
17: Trying to be kind (The Motocycle Boy Cover)


* eigentlich eher an die Lene Lovich-Version. Aber die von Tiffany mag ich halt auch sehr.


 


Montag, 11. September 2017

Les concerts de la semaine du 11 au 17 septembre 2017

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Semaine bien chargée avec plein de concerts de qualité. Préférant les petites salles de la capitale j'opterais plutôt pour Alvvays au Point Ephémère, Joan Shelley au Pop-up du Label, Presque l'Amour au Supersonic et bien sûr Superbravo à la Marbrerie de Montreuil. Le trio autour d'Armelle Pioline (ex-Holden) vient de sortir un sublime deuxième album.

Oliver Peel ©

11: Waxahatchee, Batofar 11: Tori Amos, Grand Rex
11: Joan Shelley et Baptiste Hamon, Pop-Up du Label  
11: Alvvays, Point Ephémère, complet  
11: Vendredi Sur Mer, Trois Baudets
12: Noire, Le Silencio  
12: Tom MacRae, Maroquinerie  
12: Bel Air, Trois Baudets
12: Presque l'Amour, Supersonic  
12: No More + Plomb, Le Klub  
13: The Districts, Petit Bain
13: Why Elephant, Supersonic
13: Housewives, Mécanique Ondulatoire  
13: LCD Soundsystem, Olympia  
14: LCD Soundsystem, Olympia  
14: Susanne Sundfoer, Trois Baudets, complet
14: Superbravo, La Marbrerie
14: Noire, Les Bains  
14: Nite Jewel, Caraco, Point Ephémère  
14: Cosmonauts et Deaf Parade et Tomy & The Cougars, Supersonic  
15: Smmmile Vegan Pop Festival au Trabendo avec Bachar Mar-Khalife  
15: Seward et Son Of et Vendée, Petit Bain
15: Api Uiz, Instants Chavirés  
15: The Holydrug Couple, Plays, Butterscotsch Hawaiian, Supersonic
15: Cocaine Piss, Espace B
15: Frustration, Dick Voodoo, La Station Gare des Mines
15: Mina Sang et The World, Alimentation Générale  
15: Ko Shin Moon et Maud Octallinn, Eglise Saint Bernard  
15: Odds & Ends + Hold Your Horses, Dame de Canton  
16: L.A. Witch, Batofar
16: Helen Money, Olympic Café  
16: Smmmile Vegan Pop Festival au Trabendo:
         Mykki Blanco, Cakes Da Killa, Gnucci  
16: Beach Youth, Two Bunnies In Love, Marc Morvan, Supersonic  
16: Isolée, Saycet, Quentin Schneider, Malm, Petit Bain  
17: Elephant Stone, Julie's Haircut, Supersonic  
17: Smmmile Vegan Pop Festival au Trabendo:
          FM Belfast, Hyperculte, Requin Chagrin


Konzerttipp Dienstagskonzerte im Societätstheater

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Die Dienstagskonzerte im Soci in Dresden können wieder starten. Ina - die Frau der vielen Talente - hat da wieder einen tollen Mix an Musikern und Musikerinnen nach Dresden gelockt. Allen Dresdner Musikfreunden sei die Reihe deshalb ans Herz gelegt.



26.09.2017  Chaplin (D)
04.10.2017  Scott Matthew (AUS) UND Rodrigo Leao (POR)
10.10.2017  Will Samson (GB) & Beatrijs De Klerck (BEL)
20.10.2017  Kasar (D) – in der Tonne
31.10.2017  Patty Moon (D)
21.11.2017  The Legendary Lightness (CH)
05.12.2017  Geoff Berner (KAN)
31.12.2017  Silvesterparty mit 44 Leningrad & The trouble notes



 

 

Konzerttagebuch © 2010

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