Montag, 20. November 2017

Les concerts de la semaine à Paris du 20 au 26 novembre 2017

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Semaine extrêmement chargée en bon concerts, difficile de faire son choix. Fleet Foxes, Robert Forster (the Go-Betweens), Sun Kil Moon, Sophia, Josh Rouse etc etc, la liste donne le vertige. Et n'oublions pas le très beau et très pointu Festival BB Mix à Boulogne Billancourt ! Puis la rafraichissante Cléa Vincent à la Cigale (photo archive par Oliver Peel ©)






20: Aliocha, Boule Noire
20: Algiers, La Maroquinerie
20: Camille, Les Folies Bergère
20: Tusks, Olympic Café
20: Ulrika Spacek et Halo Maud, Point Ephémère
20: Fleet Foxes, Trianon, complet
20: Beliefs, Marble Arch, Mancies, Supersonic
21: Chuck Prophet, Boule Noire
21: Valparaiso, Café de la Danse
21: Robert Forster, Espace B
21: Canari et Odyssey & Oracle, FGO-Barbara
21: Thundercat, Elyséé Montmartre
21: The Telescopes, Hermetic Delight, Isters Of Your Sunshine Vape, Supersonic
21: Sun Kil Moon, La Gaité Lyrique
21: And So I Watch You From Afar, La Maroquinerie
21: Metz, Le Trabendo
21: Camille, Folies Bergère
21: The Craftmen Club + Traditional Monsters, Petit Bain
21: Sallie Ford, Point Ephémère
21: Fleet Foxes, Trianon, complet
21: Aude Juncker, L'Etage
22: Carole Masseport, Release Party
22: Black Rebel Motor Cycle Club, Elysée Montmartre
22: June Bug, Pop In
22: Hord + Moment, Olympic Café
22: Widowspeak, Espace B
22: AÏtone + Lavoisin, Joe Hume, Le China
22: Opening Les Inrocks Festival avec Ider, Khadyak et Marie-Flore, Les Bains
22: Jay Jay Johanson, Alhambra
22: Louis Arlette + Metro Verlaine, Hasard Ludique
22: Klangstof, Pop-up du Label
22: The Amazons, Point Ephémère
23: Modeselektor, Rex Club
23: Sophia, Espace B
23: Kane Strang + Cult Babies, Olympic Café
23: Clan Of Xymox + My Great Blue Cadillac, Bus Palladium
23: Fujita & Miyagi, Point Ephémère
23: Sevdaliza, Trabendo
23: Josh Rouse, Pop-up du Label, complet
23: Gisèle Pape et Refuge, O' Gib, Montreuil
23: Cléa Vincent et Ricky Hollywood, La Cigale
23: Lisa Portelli, La Maroquinerie
23: Uto release Party, Les Bains
23: Festival Les Inrocks, Gaite Lyrique, Django Django
23: Susheela Raman + Laure Brisa, FGO-Barbara
24: Omar Souleymann, La Bellevilloise
24: Call Of The Trees + Hershey/Hito, Pop In
24: Laibach, Trabendo
24: Emma Ruth Rundle, Espace B
24: De La Romance, Basile Di Manski, FGO-Barbara
24: Bernard Lavilliers, Olympia
24: Julien Gasc, Point Ephémère
24: Jane Weaver, Supersonic
24: Nouvelle Frontière, La Gaité Lyrique pour les Inrocks Lab
24: Gorillaz, Zénith, complet
24: Festival BB Mix, Boulogne Billancourt, avec Arnold Dreyblatt, Prescott, Borja Flames
24: Escape-Ism (Ian Sevnonius), Subtle Turnhips, Laurence Wasser, Olympic Café
24: De La Romance, Basile Di Manski, FGO-Barbara
24: Raoul Vignal, Médiathèque Françoise Sagan
25: Mark Lanegan, Café de la Danse
25: Melmac, Le Chat Noir
25: Triggerfinger, Elyseé Montmartre
25: The Stranglers, La Cigale
25: Protomatyr, La Maroquinerie
25: Jupiter & Okwess, Hasard Ludique
25: Bernard Lavilliers, Olympia
25: Eskelina, Pan Piper
25: Gorillaz, Zenith
25: Island + Eliza Shaddad, Pop up du Label
25: Festival BB Mix, Boulogne Billancourt, avec La Monte Young Tribute, Colleen, Accident du Travail
25: Melmac, Le Chat Noir
25: Shoefiti, Alimentation Générale
26: Ropoporose, Batofar
26: King Krule, Casino de Paris
26: Juliette Armanet, La Cigale, complet
26: Kimbra, La Maroquinerie
26: B Lavilliers, Olympia
26: King Krule, Casino de Paris
26: Festival BB Mix, Boulogne Billancourt, avec James Holden & The Animal Spirits, Groupshow, Paalma



Anna Ternheim, Stuttgart, 18.11.17

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Konzert: Anna Ternheim
Ort: Neues Schloss, Stuttgart (New Fall Festival)
Datum: 18.11.2017
Dauer: knapp 95 min
Zuschauer: knapp 350 (ausverkauft)




"Have you been to Rio, Martin? I went there on my own four and a half years ago. I thought this record was so easy to make, so fast. How wrong was I! Four and a half years for eight songs!" All the way to Rio ist das sechste Studioalbum der schwedischen Sängerin Anna Ternheim. In Deutschland erscheint es erst am Freitag, in ihrer Heimat eine Woche vorher. Kurz vor meinem Aufbruch nach Stuttgart klingelte der Postbote und brachte mir mein Exemplar. Da schwedisches Vinyl häufig ohne Download-Code kommt, fiel meine Vorbereitung dürftig aus. Etwas Angst machte mir ein Satz im wunderschönen Begleitheft zum Album: "This record is a collaboration between me and a bunch of tough dudes." Zuletzt waren mir die Konzerte der Sängerin zu rockig, nachdem vorher die Gospel-Phase auch nicht meine liebste war. Tough guys klang nach Vollbärten und Rock.


Als ich in den wundervollen Saal des Neuen Schlosses kam, galt mein erster Blick deshalb der Bühne. Da standen zwar eine Menge Instrumente, Keyboards an beiden Seiten, ein Flügel, viel Platz für viele Rocker war aber nicht. Um fünf nach acht kam erst ein Violinist auf die Bühne, kurz darauf Anna Ternheim. Die beiden begannen mit Off the road von Annas drittem Album Leaving on a mayday. Das Lied gehört nicht zu meinen Lieblingen, das abgespeckte Arrangement aber schon. Ich habe Anna Ternheim nicht nur in erschütternd vielen Städten, ich habe sie auch in sehr vielen verschiedenen Konstellationen erlebt. Am besten (auch auf Platte) ist sie, wenn die Produktion im Hinter- und ihre Stimme im Vordergrund stehen. Von den ersten beiden Platten gibt es "naked versions", das sind die mit Abstand besten Veröffentlichungen der Schwedin.

Nach Off the road bleib es dabei, daß nur Anna und ihr Begleiter auf der Bühne standen. Anna Ternheim stellte ihn als Martin Hederos von The Soundtrack of Our Lives vor. Als nach Nennung seiner alten Band nur eine Handvoll Leute klatschten, bedankte sich Martin bei "den drei Menschen, die sie noch kennen." Danach spielten die beiden das erste neue Lied, Maya, eine Stück über eine unglückliche Liebe (das sind die besten. Also Lieder, nicht Lieben). Maya war live nur Martin am Klavier und Annas Stimme - und sehr schön. Puh!

Nach dem neuesten kam das älteste Stück des Abends - und eines der wenigen (wenn überhaupt) der ersten Platte, das ich noch nie live gesehen habe. Sie habe Somebody outside mit 16 geschrieben und nur auf ihrer ersten Tour gespielt. Anna Ternheim war redselig, sie erzählte viel über die Lieder, die sie spielte, sie spielte aber glücklicherweise auch viele. Zwar war kaum einer meiner Lieblingssongs im Programm, das machte aber gar nichts, das Konzert war auch mit einer B-Setlist (auf dem Papier)* fantastisch und mein bestes der Schwedin seit vielen Jahren. 


Annas Erklärungen machten sehr viel Spaß. Sie erzählte zum Beispiel vor Lovers dream (das Fyfe Dangerfield von den Guillemots auf Platte mitsingt), daß sie damals in einer Phase gewesen sei, in der sie "deep into a band called The Doves and horror movies" gewesen sei. Und ja, Lovers dream erinnert jetzt mit diesem Wissen an klassische Horrorfilm-Soundtracks von John Carpenter.


Man merkte den beiden nicht an, daß sie noch nicht oft miteinander gespielt haben. Einmal brach Anna ein Lied ab - beim "Sailor- and lovesong" The longer the waiting (the sweeter the kiss). Dave Ferguson, mit dem Anna das Lied auf Platte singt, habe ihr mal gesagt "don't stop the train when the train is running!" Schön, daß sie gerade bei Daves Lied seinen Rat mißachtete und es neu starten musste. Es war die falsche Gitarre.

Der Titeltrack der neuen Platte kam irgendwann in der Mitte als zweites neues Lied. All the way to Rio hatte einen Beat vom Band, der an einen schnellen Herzschlag erinnerte (oder an Eurobeat), ich mochte das sehr. Aber weder Maya noch All the way to Rio waren die besten der neuen Stücke. Holding on - Martin an der Geige, Anna an der Gitarre - war das Highlight unter den neuen. Holding on wurde immer lauter, wundervoll!

Als viertes neues Lied spielten die beiden 4 in the morning, ein Stück über den Heimweg aus einer fremden Wohnung mitten in der Nacht. 




Nach 14 Anna-Liedern und einem von Martin am Flügel war der Hauptteil vorbei. Wir standen zum ersten Mal von unseren Stühlen auf - die Bestuhlung passte zum tollen Saal, Sitzkonzerte sind mir aber trotzdem ein Graus.


Die Sängerin kam zunächst alleine zurück - und das höfliche Publikum setzte sich wieder. Anna Ternheim spielte ohne Instrument Leaving on a mayday. Die beiden anderen Zugaben waren ein echter und ein heimlicher Liebling, wieder gemeinsam mit Martin. Der echte ist natürlich To be gone, Lied eins von Platte eins, der heimliche Annas großartiges Backstreet Boys Cover Show me the meaning of being lonely. Wir hatten nicht genug - und Anna noch Lust. Sie kam zurück, wir setzten uns wieder und hörten I'll follow you tonight zu.


Es war bei weitem nicht die beste Setlist, die ich bisher bei ihren Konzerten erlebt habe, ich saß sehr weit von der Bühne weg (ich hatte das buchstäblich letzte Ticket gekauft, danach schaltete die Website auf "ausverkauft"), es war trotzdem ein nahezu perfektes Anna Ternheim Konzert. Denn nach ausführlichen Studien** scheint klar, daß die Singer/Songwriterin am besten ist, wenn sie wenig mehr als ihre Stimme und eine akustische Gitarre einsetzt.

Wie das alles mit einer Menge tougher dudes klingt, werde ich sicher auch irgendwann herausfinden. Das kann aber ruhig noch warten.


Setlist Anna Ternheim, Neues Schloss, Stuttgart:

01: Off the road

02: Maya (neu)
03: Somebody outside
04: The longer the waiting (the sweeter the kiss)
05: Better be
06: Lovers dream
07: Solitary move
08: Still a beautiful day
09: All the way to Rio (neu)
10: For the young
11: Martin Hederos am Klavier
12: 4 in the morning (neu)
13: Holding on (neu)
14: What have I done?
15: My heart still beats for you

16: Leaving on a mayday (Z)
17: To be gone (Z)
18: Show me the meaning of being lonely (Backstreet Boys Cover) (Z)

19: I'll follow you tonight (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Anna Ternheim, Frankfurt, 10.04.16
- Anna Ternheim, Freiburg, 21.02.12
- Anna Ternheim, Frankfurt, 19.02.12
- Anna Ternheim, Köln, 11.02.12
- Anna Ternheim, Berlin, 03.11.11
- Anna Ternheim, Nyköping, 24.11.09
- Anna Ternheim, Paris, 23.09.09
- Anna Ternheim, Fribourg, 20.09.09
- Anna Ternheim, Köln, 13.09.09
- Anna Ternheim, Haldern, 14.08.09
- Anna Ternheim, Paris, 29.04.09
- Anna Ternheim, Frankfurt, 28.04.09
- Anna Ternheim, Nijmegen, 24.04.09
- Anna Ternheim, Stockholm, 08.12.08
- Anna Ternheim, Paris, 01.10.07
- Anna Ternheim, Köln, 26.09.07
- Anna Ternheim, Heidelberg, 25.09.07
- Anna Ternheim, Paris, 31.05.07
- Anna Ternheim, Köln, 12.03.07
- Anna Ternheim, Paris, 12.12.06


* weil so wenige Stücke der ersten beiden Platten dabei waren 
** durch mich



Sonntag, 19. November 2017

Hello Piedpiper, Scala Adorf,17.11.17

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Konzert: Hello Piedpiper
Ort: Scala Adorf
Datum: 17.11.2017
Dauer: 150 min
Zuschauer: 39



Der 17.11.2017 sah das 50. Konzert in der Reihe Scala Wohnzimmerkonzerte. Dabei haben wir mit 39 Gästen den Besucherrekord mindestens eingestellt. Und auch zum 50. haben wir wieder neue Gäste begrüßen dürfen. Schön dass Ihr immer noch und immer wieder zu uns kommt, denn nur Euch – unserem Publikum – ist es zu verdanken, dass wir dieses und weitere Konzerte veranstalten und Künstlerinnen und Künstler einladen können.



Frida Lou eröffnete den Abend. Nach ihrer Herbsttour spielte sie nun wieder einmal zu Hause. Nach mehreren Konzerten im herbstlichen Sachsen war dies eine Rückkehr zu den Anfängen ihrer Auftritte. Inzwischen merkt man ihre die Souveränität auf Bühne an ,die durch die Konzerte gewachsen ist. Ebenso ist es mit den Songs, die sich über die Zeit entwickelten und ihre Form und Ausdrucksweise immer mal wieder veränderten. Und fast ist es schon eine Tradition, dass Frida Lou in den Scala Konzerte immer wieder neue Lieder vorstellt wie auch an diesem Abend.



Jonas Zorn ist Bandmember von Hello Piedpiper und leitete mit einem Set langsam über zur Band des Abends. Er ist Solist an Gitarre und Gesang mit eigenen Liedern und Album „Correlates of Heart“. Sein filigranes Gitarrenspiel und eine sehr schöne Stimme zog uns in seinen Bann genauso wie seine Geschichten, die er vor und mit seinen Liedern erzählte. Bemerkenswert finde ich seine Erdverbundenheit, ausgedrückt in den Liedern über die Städte, in denen er aufwuchs und zeitweilig lebte, auch in dem Lied über seine Kindheit und die Erinnerungen an seinen Vater.



Nach kurzer Pause für Sauerstoff und Getränkenachschub waren Hello Piedpiper auf der Bühne für den Hauptteil des Abends.


Fabio war vor 4 Jahren mit seinem Album „Birdsongs = Warsongs“ solo auf Tour und bei uns zu Gast. In der Zwischenzeit haben wir ihn mehrfach gesehen und gehört und die Entwicklung zum neuen Album „Raucous Tide“ verfolgt. Unser heimlicher Wunsch, dass er dieses mit Band aufnehmen möge, ging in Erfüllung. Und dass er nun mit Band auf Tour ist und das Album vorstellt, empfinde ich als großes Glück für uns, denn es ist selten in diesen Zeiten, da eine Tour mit Band auch immer wieder ein finanzielles Wagnis für die Künstler ist. Hello Piedpiper spielten das gesamte Album im Verlaufe des Abends durchsetzt mit bekannten Liedern von Fabios Soloalbum. Es war ein musikalischer Leckerbissen. Songs, die die Strukturen von Strophe und Refrain so geschickt verstecken, dass sie kaum auffallen. Harmoniebrüche und unerhörte Wendungen. Lieder die einladen zum Augenschließen und uns mit auf Reisen nahmen. Kapitän Fabio brachte uns mit seiner Crew wohlbehalten über die rauen Gezeiten bringen. Wir fanden ein musikalisches Juwel, das durch die große Besetzung so richtig zum Leuchten gebracht wurde.



Es war ein würdiger Abend für das Jubiläum.




Aus unserem Archiv:
Hello Piedpiper, Dresden, 30.09.16
Hello Piedpiper, Pforzheim, 05.02.16
Hello Piedpiper, Karlsruhe, 26.10.14
Hello Piedpiper, Dresden, 06.09.14
Hello Piedpiper, Reutlingen, 22.04.14
Hello Piedpiper, Gießen, 21.04.14
Hello Piedpiper, Sindelfingen, 14.09.13
Hello Piedpiper, Karlsruhe, 07.06.13
Hello Piedpiper, Köln, 22.10.12 


Frida Lou, Adorf, 22.10.16 


Dienstag, 14. November 2017

Torres, Köln, 13.11.17

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Konzert: Torres
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 13.11.2017
Dauer: gut 75 min
Zuschauer: vielleicht 150



Beim Primavera Sound Festival 2015 spielte Mackenzie Scott gleich zwei fantastische Konzerte. Die Amerikanerin, die als Torres firmiert, spielte alleine mit E-Gitarre wunderschöne Lieder, entschuldigte sich dafür, ohne Begleiter aufzutreten und erntete am Ende aus dem Publikum ein "you don't need a band!"

Im September 2015 hatte Mackenzie diese aber trotzdem dabei, als sie im Gebäude 9 spielte. "Mir machte des ein wenig angst, es sah aus, als käme jetzt eine große Inszenierung. Groß ja, gekünstelter Quatsch nein. Torres beschränkten sich auf die Musik. Daß das vollkommen ausreicht, wusste ich ja," schrieb ich danach. Das zweite Konzert von Torres im Gebäude 9 folgte konsequent dieser Entwicklung, die Musik stand zwar noch im Mittelpunkt, die stvincentschen Elemente spielen mittlerweile aber auch eine riesige Rolle, eine viel zu große für meinen Geschmack.


Vor Torres spielten The Dove & The Wolf eine in den USA ansässige französische Band, die ich aber schnell verlassen musste, weil es viel zu laut und dröhnend war. 

Um 21:40 h trat Mackenzie mit ihren drei Begleitern auf. Leider habe ich die Namen der Keyboarderin, des Schlagzeugers und des Gitarristen nicht verstanden (die beiden Männer könnte ich damit beschreiben, daß sie während des ganzen Konzerts mit offenem Mund Kaugummi kauten). 

Leider war auch der Hauptteil des Abends nicht perfekt ausgesteuert. Vielleicht kommen die Soundleute noch nicht mit der neuen Anlage im Gebäude 9 zurecht. Mackenzies Stimme war viel zu leise, das nahm den besten Liedern des Abends eine Menge Pfiff. Aber Stücke wie Sprinter sind auch schlecht ausgesteuert brillant. Für den großen Rest galt das heute nicht. Vielleicht gefielen mir die vielen Titel vom neuen Album Three futures richtig gut, wenn sie vom Bombast und den großen Gesten befreit würden.

Bei einem der letzten Lieder kletterte Mackenzie auf einer der Monitorboxen rum, davor gab es Roboter-Bewegungen, Schrei-Ausbrüche, viele Aktionen, die mich nicht in dem Maßen genervt hätten, wenn ich Torres zum ersten Mal gesehen hätte. Da ich aber eben schon zweieinhalb sehr sehr gute Auftritte erlebt hatte, berührte mich das Konzert überhaupt nicht.



Künstler sollten nie das machen, was das Publikum sehen will. Sie sollten immer selbst bestimmen, wie ihre Kunst aussieht. Ich kann mir bei Torres nicht vorstellen, daß sie sich Annie Clark zum Vorbild nimmt, um deren Erfolg zu kopieren. Ich denke, Ihr gefällt die dramatische Torres besser als die Frau mit E-Gitarre. Mir nicht, also war das wohl mein letztes Torres-Konzert. Spannend war das für mich nämlich gar nicht, eher egal.

Setlist Torres, Gebäude 9, Köln:

01: Tongue slap your brains out
02: Skim
03: Righteous woman
04: New skin
05: Honey
06: Sprinter
07: Cowboy guilt
08: Baby baby pie
09: Three futures
10: Helen in the woods
11: Marble focus
12: Concrete Ganesha
13: Strange hellos


Links:


- aus unserem Archiv:
- Torres, Köln, 09.09.15 
- Torres, Barcelona, 31.05.15
- Torres, Barcelona, 30.05.15 





Montag, 13. November 2017

Les concerts de la semaine à Paris du 13 au 19 novembre

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Encore une belle semaine de concerts qui commence tout de suite très fort avec l'irrésistible Néozélandaise Aldous Harding, qui va se produire à guichets fermés au Point FMR !





13: Julien Baker, Etoiles
13: Parcels, La Cigale, complet
13: Liars, La Maroquinerie
13: This Is Monday: Black Lilys et Charlotte & Magon, Comedy Club
13: Black Lips, Trabendo
13: Marie-Flore, Trois Baudets
13: Aldous Harding, Point Ephémère, complet
14: Absynthe Minded, Badaboum
14: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara, avec Jaaq, Govrache, Manon Tanguy, Bonbon Vodou, Mess, Dani Terreur, 18h
14: Shannon Wright, La Gaité Lyrique
14: Mac Demarco, Olympia
14: Rose Droll, Pop In
14: Peter Perrett, Point Ephémère
15: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara, avec Kouzy Larsen, Ottilie, Luise Louise, Maud Octallinn, Courir les rues, Lucrèce Sassella
15: Howe Gelb, Duc des Lombards
15: Katie v. Schleicher et Lomelda, Olympic Café
15: Jim Bauer, Pop-up du Label
15: Alice Lewis et Superbravo, Trois Baudets 
15: Curtis Harding, Trabendo
15: Sapphire Slows, Silencio
16: Forever Pavot, showcase chez Ground Zero
16: Ali Danel, Bateau Théâtre-Le Nez Rouge
16: Kid Francescoli, Trianon, complet
16: Pauline Drand et Brome, Le Zorba
17: La Terre Tremble !!! + Powerdove, FGO-Barbara
17: Marisa Anderson, Le Zorba
17: Trisomie 21, La Machine du Moulin Rouge
17: Wolf Parade, Petit Bain
17: Clara Luciani, Maison Pop, Montreuil
17: Francobollo, Supersonic
17: Van Morrison, Salle Pleyel
18: Stranded Horse, MMP, gratuit dans le cadre du festival Monte le Son
18: Lenparrot, Point Ephémère
18: Stanley Brinks & The Wave Pictures + Freschard, Espace B
18: Max Richter playing "Sleep", 23h, Philharmonie de Paris
19: The Thurston Moore Group, Café de la Danse



Sonntag, 12. November 2017

Kaltern Pop Festival, Kaltern am See, 26.10.-28.10.17

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Konzert: Kaltern Pop Festival
Ort: Kaltern am See 
Datum: 26.10.-28.10.2017
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: div.



Kaltern ist wie Haldern - Nur noch intimer! Sprach eine Kommentatorin auf Facebook und hat Recht damit. 918km von Haldern entfernt, am wohl wärmsten See Norditaliens, dem Lago di Caldaro, an der Kalterer Weinstraße gelegen - Kaltern am See! 

Ein idyllisches Fleckchen Erde, ein verträumt pittoreskes Örtchen kurz hinter Bozen gelegen, eingerahmt von Apfelplantagen und jetzt herbstlich leuchtenden Weinstöcken für den leckersten Lagrein oder Gewürztraminer. Ein Ort zum Verlieben. 

Zum dritten Mal nun sind die Macher vom Haldern Pop dabei, ein Festival der besonderen Art an einem besonderen Ort zu etablieren. Wer das erste kpf15 u.a. mit Wanda oder das kpf16 mit Faber, The Slow Show, Hubert von Goisern oder Bears Den verpasst hat und sich auch diesmal nicht auf den Weg über den Brenner gemacht hat, der verpasst erneut ein liebevoll zusammengestelltes LineUp mit Künstlern, die mal in die Kategorie Entdeckungen fallen oder schon derart geliefert haben, dass es eine Freude ist, sie wieder zu hören. 

In diesem Jahr trifft dies wohl auf Kettcar oder Loney Dear zu. Kettcar dürfen, müssen, wollen für die erkrankte und kurzfristig abgesagte Judith Holofernes Samstag Abend auf die Bühne. Ein wenig betrübt, denn auf Judith Holofernes hatte ich mich sehr gefreut. Noch nie habe ich es auf eines ihrer Konzerte geschafft. Und von Kettcar habe ich nicht wirklich etwa Neues erwartet. Sollte ich mich irren? 

Aber von Anfang an...in diesem Jahr wollte ich ein paar Tage früher in Kaltern sein. Bin ich im vergangenen Jahr mit der vom HaldernPop organisiertem Bustour nach Kaltern geschuckelt (als einziger Vollzahler, aber das wäre eine ganz eigene Geschichte ??), so bin ich dieses Jahr mit Frau, zumindest einem Kind und mit Hund mit dem WoMo schon am Sonntag zuvor angereist. Ganz relaxed quasi. Campingplatz St.Josef und vier Tage PräFestivalTime am See.

Die Wetteraussichten versprachen den Himmel auf Erden und selbst wenn nicht - am Donnerstag wechselte die (Teil-) Familie stationär ins „Weiße Rösl“ direkt am Kalterer Marktplatz! Seit „Sissi“ sollte ein Hotel dieses Namens mindestens einmal im Leben gebucht werden. Und siehe da...auch so etwas hat Kaltern zu bieten. Zu Sissi komme ich aber später noch einmal...



Den Auftakt übernehmen alte Bekannte. Cantus Domus. Der Chor aus Berlin, seit Jahren geliebter und fester Bestandteil des HaldernPopFestivals und somit nahe liegend natürlich auch des KalternPop, eröffnen die diesjährige Spielzeit in der Franziskanerkirche oberhalb des Markplatzes. Über diesen herausragenden Chor ist alles geschrieben. Wer ihn noch nicht gehört hat, diesen anspruchsvollen und vielstimmigen Ausdruck klassischer und experimenteller Gesangsarbeit, der sollte sich auf jeden Fall die Zeit dafür nehmen. Welches Festival (außer vielleicht noch das Haldern Pop ;) )bietet schon einen derartigen Liebhaberopener. 

Der Donnerstag verläuft noch immer schön der Reihe nach. Es gibt Zeitfenster zwischen den Gigs, die zudem immer an unterschiedlichen Spielorten im Ort starten. So hat der geneigte Zuhörer die Muse alles in Ruhe zu erkunden. Stadt- oder Franziskanerkirche, Vereinsheim, Weinmuseum, der(!) KuBa, zwischendurch einen Drink im Krokodil, einer Partybar der Extraklasse für Macher, Artists und BesucherInnen gleichermaßen. Hier zählt nur der verfügbare Platz drinnen und nicht der Eintritt... Aber weiter....

Ein Highlight der besonderen Art offenbart sich mit „Mr. Red Horn“ Nils Landgren. Der schwedische Posaunist und Sänger ist einer der erfolgreichsten europäischen Jazz-Musiker. Sein Auftritt im Weinmuseum muss als außergewöhnlich eingestuft werden. Eine Änderung im Ablauf bewirkt, dass Loney Dear bereits dieses frühe Set am Contrabass und Klavier begleitet. Ursprünglich sollte es am späteren Abend anders herum sein und Nils Landgren wäre mit auf der Vereinshausbühne gewesen. 

So entwickelte sich in der intimen Atmosphäre des Weinmuseum ein Spiel zweier Ausnahmekünstler sondergleichen. Neben einem herausragenden Posaunenspiel überzeugte Nils Landgren auch mit seiner klaren und ruhigen Stimme z.B. bei seiner Interpretation von „The Broken Wings“. Mit seinem neuesten Projekt, das er "Eternal Something" nennt, kam Daniel Brandt in diesem Jahr zum KalternPopFestival. Brandt gehört zum Berliner Techno-Kollektiv Brandt Brauer Frick

Seit Ende der Nuller-Jahre hat das Trio die elektronische Tanzmusik weiterentwickelt, indem es zuerst Musik auf herkömmliche Art aufgenommen, dann gesampelt und später wieder live mit Instrumenten aufgeführt hat. Der Multiinstrumentalist Brandt ist ein genialer Produzent und Remixer mit einem Sinn für außergewöhnliche Klangstrukturen. 

Bei Soundcloud sind eine ganze Reihe dieser Arbeiten zu hören wie „Chaparral Mesa“ oder eben das gerade entstandene „Eternal Something“. Auch Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Steve Reich und Terry Riley hat Daniel Brandt bereits aufgenommen. Mit ihm gastiert wohl einer der spannendsten deutschen Elektronik-Musiker beim Festival. Wie schon im Vorjahr werden einzelne Künstler durch das Ensemble StarGaze begleitet. Beim kpf17 hat u.a. Daniel Brandt die Ehre komplexe Klangstrukturen mit den Streichern und Bläsern einzuspielen und einem begeisterten Publikum vorzubringen. 

Manche Stücke werden frei gesampelt und gewinnen dadurch natürliche Exklusivität. Der Deutsch-Engländer Ajimal beruhigte im Anschluss die Zuhörer am Klavier und an der Gitarre im Weinmuseum mit zarten Klängen und Gesang. Für meinen Geschmack allerdings etwas zu getragen und als Singer-/ Songwriter dann auch etwas zu beruhigt für mich.

Mit Loney Dear betritt am Abend einer die Bühne der sich anschickt einer der ganz Großen zu werden. In bekannter Manier hat der Zuhörer das Gefühl die Songs des Schweden entstehen direkt vor ihm, wären da nicht auch die bekannten Stücke der aktuellen und der letzten Platte. I Love it! 

Die Aftershowparty läuft im Kohlenkeller des KuBa. Jepp, richtig gehört! Ein geiler Schuppen. Super schön ausgebaut, sehr stylisch hergerichtet und ja, es ist der frühere Kohlenkeller für die dampfbetriebenen Loks, die am (Ku)Bahnhof Station machten. Achso, „Ku“ steht führ Kultur und heute beherbergt der Bahnhof nunmehr einen Kultur- und Jugendtreff inkl. Kino.

Sehr feine Location. Zurück zur Aftershowparty...gut gefüllt und beste Musik aufgelegt von Ben E. Blame $ Sugar Shame kannst du hier so richtig versacken. Der Freitag startet in der Stadtkirche mit Cantus Domus und einem dreiteiligen Set. 2x Cantus Domus, die unter anderem Coverversionen von Lisa Hannigan, aber auch ein Stück, dass der Chor zurückliegend mit Damian Rice in Berlin eingespielt haben. 

Ein Teil des Sets bespielt mit Fabricio Cammerati, ein italienischer Singer Songwriter. Er war am Samstag noch einmal Solo im Weinmuseum zu hören. Danach Woman. Die Senkrechtstarter aus Köln und nun auch Gewinner des New Music Award 2017 müssen leider mit wenig Publikum auskommen. Sehr schade, dann die Band hätte ein volles Haus verdient. Im Mai veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Happy Freedom“ und überzeugt.

Ihre Musik lässt sich nicht wirklich in eine Schublade stecken. Irgendwo zwischen englischem Pop, Funk und Elektro sind sie zu Hause. Das wechselt von Song zu Song. Auch bei der Frage, wie Sie zu dem Bandnamen Woman gekommen sei, gibt es Interpretationsspielraum.



Darauf gibt es immer wieder eine andere Antwort. Merle (meine Tochter) erfuhr von Manuel, er wisse es selbst nicht so genau... Also weiter zu Mario Bartkovic in die Stadtkirche. Der Ausnahmesolist an der Quetsche (Anmerkung: Akkordeon :)) füllte den Kirchenraum in einer Klangdichte, dass man das Gefühl haben musste, die Orgel sei angesprungen. Unglaublich und das muss ich mir unbedingt noch einmal abseits eines Festival gönnen. 

Das Konzert des (ja-genau-der-schauspieler) Tom Schilling hat mich dann am meisten überrascht und zugleich begeistert. Tom Schilling wirkt ein wenig wie ein Konfirmand (oder genauer eines Jugendweiheteilnehmers aus Ost-Berlin) auf der Bühne und füllt diese aber komplett mit dem Sound von „The Jazz Kids“. 

Der Sound treibt im Stil bester Italo-Western und rennt förmlich vorneweg während Tom Schilling mit Sprachwitz und herrlichen Ausformulierungen über Liebe und Glanz brilliert. „Das ist kein Liebeslied und schuld daran bist: Du!“ Ein Wortspiel, welches mich unweigerlich an Fabers „Einer von uns beiden ist ein Arschloch und ich bin’s nicht“ erinnert. 

Schillings Interpretation Bettina Wegeners „Sind so kleine Hände“ wirkt zunächst ein wenig aus dem Set gerutscht und doch fügt sich der Song in das Gesamtarrangement inhaltlich ausgezeichnet ein. Tom Schilling reiht sich so ein in die großen Interpretation z.B. einer Joan Beaz ein. Großes Kino!

Von Erlend Oye kannte ich mal so gar nix. Ihn habe ich hier in Kaltern zu ersten Mal gehört. Tja, und was soll ich sagen? Als nordischer Singer-/Songwriter mit Charme, mit aktuellem Schaffensmittelpunkt auf Sizilien, hat er durchaus musikalischen Qualitäten. Er spielt mit dem Publikum, macht Witze, ist galant. Aber dann hört es für mich aber auf. Er ist ein Perfektionist am Set, Fotografen scheinen ihm ein Gräuel, dass Klicken mechanischer Kameras irritieren ihn so sehr, dass er Textpassagen, ja auch komplette Songs vergisst. 

Gleichwohl scheint ihm insbesondere der weibliche Teil des Publikums wohlgeneigt zu sein. Er verzaubert sie mit der Gitarre und seinem Gesang. Ein Barde! Eingespiegelt in Begleitung mit Stargaze erhalten seine Stücke eine ganz neue Qualität und Raffinesse. Sie beginnen zu leben und umgarnen das Publikum. 

Ich muss leider raus und wechsle den Spielort in Richtung Kino im KuBa. Mark Geary & Grainne Hunt erwarten mich dort in irischer Leichtigkeit, die eigentlich viel besser in einen Pub als in einen Kinosaal gepasst hätten. Als dann noch Liam Ó Maonlaí (Hothouse Flowers) aus dem Kinosessel im Auditorium auf die Bühne ans Klavier geholt wurde, und er völlig hin und weg war, da wusste ich, hier hatte ich etwas sehr Schönes fast verpasst. 

Diese irischen Ausnahmekünstler bespielten mit Irish Songs die Bühne, bedankten sich in freundlichem Speak beim Publikum und bei Stefan Reichmann und seiner Crew, (Das konnte ich passenderweise noch öfter hören ??) und hatten einen dermaßen Spaß auf der Bühne, dass einem das Herz aufging. What a great Show! Im Anschluss wurde es leicht.

Der KuBa, ein unterjährig als Jugendtreff genutzter alter Bahnhof, gab ein Bier und eine Semmel aus und eröffnete uns den Weg zu den letzten Konzerten des Abends mit The Bamboo Dolls und Hope im Kohlenkeller. Ich liebe diese Location!!! The Bamboo Dolls schafften es mit gutem Alternative Rock das Publikum zu bewegen. Ihr Frontmann sprach mir ein wenig zu viel von der Entstehung der aktuellen Scheibe, die Songs blieben dann leider ein wenig hinter den gesteckten Erwartungen zurück. 



Einzig der Gitarrist überzeugte mich durch sauberes Spiel und gezogene Riffs, die ins sphärische abdriften konnten. Dass Publikum hatte Spaß und somit war es ‚ne geile Show"! Dann HOPE! Wer gedacht hat, das Independent irgendwie und irgendwas düster abliefert, der hätte dieses Konzert genießen müssen. 

Vier Lightspots, davon zwei auf auf direkter Kamerahöhe, versprachen eine Show, die lichttechnisch am Abgrund stand. Aber dann der Sound. Indie, Post-Rock und Ambient/Electronic. Eine Explosion! Gewaltig, Düster und Klangerhaben... Ein Genus fürs Ohr und auch die Kamera!

Die Aftershowparty mit DJ. St. Paul im KuBa musste ich leider daraufhin passen. Der Vorabend, das LineUp des heutigen Tages und die Aussicht auf den dritten Tag zwangen mich in die nicht jünger werdenden Knie. Feierabend! 

Der Samstag und somit letzter Festivaltag wird erneut durch Cantus Domus eröffnet. Zur Verstärkung bzw. Ergänzung des Chores spielten diverse Künstler der drei Tage des KalternPopFestival mit ein in eine Matinee. Eine Matinee!? Häh? Jepp, eine musikalische Veranstaltung am Nachmittag.



Zu nicht mehr - aber auch nicht weniger hatten Cantus Domus ins altehrwürdige Grand Hotel Penegal auf dem Mendelpass geladen. Jahrelang hat es leer gestanden und nun schickt sich ein Bauunternehmer an, dass Haus zu Altem (Oder Neuem?) Leben zu erwecken! Was für eine Location für ein herausragendes musikalisches Experiment des KalternPopFestival.

Aber wo wenn nicht hier, und mit diesem Veranstalter? Erreicht werden kann dieser Spielort mit der Mendelstandseilbahn oder zu Fuß. Ja. Mit dem Auto geht auch... Nicht nur Wanderer und Musikliebhaber hat der Berg angezogen, sondern auch Staatslenker. Der kaiserlich-habsburgerische Hof wählte seinerseits das einzige Hotel auf dem Penegal als Sommersitz und Nobelkurort. Könige und Kaiser (K&K - begegnet einem hier immer wieder ??) verbrachten hier oben ihre Ferientage, auch Sissi. Schmacht! 



Karl May schrieb hier sein Alterswerk. In seinem Buch "Am Jenseits" heißt es: "Schaut noch einmal zurück, und merkt euch diese Stelle, denn ihr kommt wieder her, wenn abgerechnet wird!" Schicksal?! Cantus Domus reihten nun einen Künstler nach dem anderen in das Set mit ein. Erlend Oye - den am Vortag vergessenen Songtext hat er nachholen können. Während er sehr gelöst mit dem Publikum kommunizierte und viel Spaß am musizieren hatte....wieder diese lästigen Fotografen! Es gab eine recht harsche Zurechtweisung und somit kaum Fotos! 

Sein Spiel „Up Side down“ zusammen mit Cantus Domus war aber ein Genuss! Instant Komposing nannte Mario Bartkovic seinen Beitrag zusammen mit dem Chor und entwickelte eine Improvisation in der ein neuer Song entstand. Keine leichte Sache im zwanzig Minuten aber spannend zu hören und zu erleben. Das Ergebnis hatte Wiedererkennungswert und es würde mich nicht wundern, wenn diese Zusammenarbeit noch einmal eine Fortsetzung finden würde!

 Und wieder Cantus Domus mit der Mendelsohn Bartholdy Vertonung des Psalm 91:11 „Denn er hat seinen Engel befohlen...“ Andächtige Stille im Festsaal wie schon Tags zuvor beim a Capella Set in der Stadtkirche. Den irisch geprägten Teil der Matinee übernahmen Mark Geary & Grainne Hunt zusammen mit dem Chor. Für mich eine derart gelungene Erweiterung des Konzertes im Kino und ein wirklicher Spaß. Grainne Hunts Solo u.a, mit Songs von Joni Mitchell „Live is in Illusion“ oder ihrer Heimat Irland rückten dann auch einmal Grainne in den Mittelpunkt und sie zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Mit Recht! 

Dann kam Liam ó Maonlaí - (barfuß am Klavier ??) Irische Lieder in altirischer (gälischer) Sprache wie sie seine Großeltern noch gesprochen und gesungen haben. Als dann ó Maonlaí zusammen mit Cantus Domus zum Abschluss den Hothouse Flowers Song „Stand beside Me“ interpretieren, war dies der gelungenste Abschluss eines wunderbaren musikalischen Festivalexperimentes der Extraklasse. 

Nach einer längeren sonntäglichen Pause (musste wirklich sein, nach so einem musikalischen Erlebnis war es schwer zur Tagesordnung überzugehen ;)) rauschte auf dem Weg zum Vereinshaus ein Kleintransporter an mir vorbei und Voodoo Jürgens entstieg just zu der Zeit dem Bulli, an der sie eigentlich auf der Bühne stehen sollten. Das scheint so langsam Methode zu haben. Auch beim Haldern waren sie zu spät. 

Mit über halbstündiger Verspätung starte die Combo dann ihren Gig im gewohnt schwarzhumorigen Wiener Schmäh! Ganze 25 Minuten blieben die Austropoppern um sich mit ihrem Anti-Folk feiern zu lassen! Wieder ein Ortwechsel. Birrth im Weinkeller. Die zierliche Italienerin mit einer Stimme die mich irritierenderweise an M.I.A. erinnert. Lächelt sie dich eben noch kurz und fast verniedlicht an, schickt Sie sich kurz darauf an dir die stimmliche Waffe entgegen zu halten. Gleichwohl wirkt sie anmutig und zerbrechlich. Was für ein Fest! Wieder Im Vereinshaus zurück starteten dann Kettcar.



Das neue Album mit seiner Auskopplung „Sommer ‚89“, "Ich vs. Wir" erschien erst im August 2017 bei Grand Hotel van Cleef. Kettcar waren schon immer eine politische Band. Bekannt, geliebt und manchmal auch kritisiert wurden sie seit ihrem maßgeblichen Debüt DU UND WIE VIEL VON DEINEN FREUNDEN (2002) zwar zuerst wegen ihrer sogenannten Befindlichkeitsfixiertheit. Wuchtig, wichtig und überfällig! Kettcar kehren zurück wenn die deutschen Popmusik sie am meisten braucht, schreibt der Musikexpress. Diesbezüglich also keine Überraschung. Sehr freundlich und dankbar dann ein Cover für die erkrankte Judith Holofernes. 



An Intergalactic Lovers wird in naher Zukunft wohl kein Weg vorbeigehen, wenn es darum geht besten Indierock auf die Bühne zu holen. Alles ist auf die charismatische Frontfrau Lara Chedraoui ausgerichtet. Sie lebt ihre Musik, zeigt Emotion und Kraft auf der Bühne. Dabei spielt sie mit dem Publikum im KuBa und verlässt dafür auch gerne mal die Bühne. Ein herausragender Liveabschluss eines überaus gelungenen Festivals für Musikliebhaber, denn nach dem letzten Akkord noch einmal Aftershow als Festivalaftershow mit DJ. St. Paul. 

Ab hier gab es dann auch noch einmal die Gelegenheit mit vielen Machern und Künstlern ins Gespräch zu kommen, den leckersten Lagrein zu trinken und einfach nur noch zu feiern! Denn es war mir ein Fest! Danke, mille Grazie und Ciao bis zum nächsten Jahr in Kaltern an der Weinstraße! Das Jahr wird lang. Der Blues ist heftig... 

Text und Fotos by Denis Schinner


Dienstag, 7. November 2017

Cigarettes After Sex, Köln, 06.11.17

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Konzert: Cigarettes After Sex
Ort: KulturKirche, Köln
Datum: 06.11.2017
Dauer: knapp 65 min
Zuschauer: seit Wochen ausverkauft



"Nein, ist nicht bestuhlt!" Mein größte Sorge nach der Suche nach einem Parkplatz in Nippes galt der Frage, ob ich Cigarettes After Sex im Sitzen würde sehen müssen. Natürlich liebe ich die Platte der texanischen Band abgöttisch, wie könnte ich nicht? Aber die Gefahr, daß die sehr sehr langsamen Lieder mich einlullen könnten und das Konzert todlangweilig werden könnte, hielt ich für groß. Dann wenigstens stehen, um nicht einzunicken!

"Nein, keine Vorgruppe!" war die nächste gute Nachricht etwas später am Einlaß. Im Herbst muß ein Support schon sehr überzeugen, um nicht lästig zu sein. In den letzten Wochen hatte ich ein paarmal wirklich Glück, das sollte man nicht überstrapazieren.

Die KulturKirche in Nippes war seit Wochen ausverkauft, Cigarettes After Sex hätten auch viel größere Säle ausverkauft. Nach dem Konzert war die Rede von absurd hohen Summen, für die Tickets bei ebay verkauft worden seien. Glücklicherweise blieb es bei der KulturKirche, in der ich viel zu lange nicht mehr war. 


Um halb neun kamen die vier komplett in schwarz und viel Leder gekleideten Musiker auf die Bühne. Die Sängerin, die viele erwartet hatten, war ein älterer Mann mit Vollbart, Greg Gonzalez. Ich hatte irgendwann ein Live-Video gesehen und war vorbereitet. Nicht vorbereitet war ich darauf, wie sehr mich die Zeitlupenmusik in Bann zog. Die Lieder sind fantastisch, keine Frage. Aber ich war ziemlich sicher, daß die Musik der Band eine Albumschönheit sein würde. Obwohl sie das Langsame konsequent bis in jedes Detail umsetzten, war keine Minute des Konzerts langweilig. Zwischen den Liedern bewegten sich die Musiker im Takt der Musik, also sehr lahm. Ich mochte das aber sehr gerne.


Cigarettes After Sex lösten bei mir live eine Menge Assoziationen aus. Da war natürlich viel Mazzy Star rauszuhören, allerdings auch Mercury Rev oder Slow-Galaxie 500. Nothing's gonna hurt you baby klang für mich wie eine Camera Obscura Single auf 33. Ich bin nicht so der Meister der Komplimente, merke ich gerade. Das ist aber alles äußerst positiv gemeint. Mich überzeugte alles diesem Abend. Auch wenn ich einen wichtigen Teil wegen meines Platzes unter der Kanzel erst gegen Ende entdeckte: die wundervoll ästhetischen Videos, die die Optik der Band (alles, sogar die Instrumente war(en) schwarz) perfekt ergänzten.

Selbst das Cover des fiesen Keep on loving you von REO Speedwagon war schön! Daß ich sowas mal schreibe... 

Cigarettes After Sex spielten vor allem Songs des Debütalbums, dazu die fantastische Single Affection und Lieder von der ersten EP I. (vermutlich wie K. nach einer Frau benannt).  

Das Konzert dauerte 65 Minuten und endete mit der Zugabe Dreaming of you, das nicht das beste Stück des Abends war. Ich habe selten ein aufmerksameres Publikum in Köln erlebt. Die vielen geschlossenen Augen, die ich befürchtet hatte, gab es überall in der Kirche. Aber es lag nicht an Langeweile, es lag an dem kompletten Eintauchen in den Dream- oder Ambientpop der Texaner!

Setlist Cigarettes After Sex, KulturKirche, Köln:

01: Young & dumb

02: Opera house
03: K.
04: Sunsetz
05: Sweet
06: John Wayne
07: Affection
08: Keep on loving you (REO Speedwagon Cover)
09: Nothing's gonna hurt you baby
10: Each time you fall in love
11: Apocalypse

12: Dreaming of you (Z)




Montag, 6. November 2017

Les concerts en novembre à Paris

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Le mois de novembre c'est la haute saison pour les concerts ! Le Pitchfork Festival est derrière nous, mais tout au long de cet avant dernier mois de l'année il y a des concerts excellents. Je pense au gigs de The Wedding Présent, Liars, Sun Kil Moon, Aldous Harding (photo), Wolf Parade, Fleet Foxes et tout plein d'autres...




01: Sam Amidon, Espace B
01: Mathieu Boogaerts, La Java
01: Angus And Julia Stone, Zénith
02 + 03 +04: Pitchfork Music Festival, Grande Halle de la Villette, line up voir la photo en bas.
02: Starsailor, Pan Piper
02: Jason Isbell, Café de la Danse
02: Amy Shark, Pop-up
02: Chris Isaak, Olympia
03: Johnny Flynn & The Sussex Wit, Café de la Danse
03: F.M., Boule Noire
03: Anne Darban, Gisèle Pape, La Louise, Olympic Café
04: Nouvelle Frontière, Maison, Somborn, Supersonic
03: Jean Added, Le 104
04: Jeanne Added, Le 104
05: Gengahr + Guest, Olympic Café
06: The War on Drugs, Bataclan
06: François And The Atlas Mountains, La Cigale
06: John Maus, La Maro
07: Queens Of The Stone Age, Bercy
07: Kent, Café de la Danse
07: David Thomas Broughton, Olympic Café
07: Godspeed You! Black Emperor, Elysée Montmartre
07: Benjamin Clementine, Grand Rex
08: Joakim, Badaboum
08: Emma Sand, Pop In
08: Sage comme des Sauvages, Divan du Monde
08: Alice et Moi, Boule Noire
08: Perfume Genius, Gaité Lyrique
08: Mathieu Boogaerts, La Java
08: Warhaus, La Maroquinerie
08: Gurr, La Mécanique Ondulatoire
08: Maissiat, Le 104
08: Barbara Pravi, Le Réservoir
08: The Horrors, Trabendo
08: The Wedding Present, Petit Bain
08: Zola Jesus, Point Ephémère
09: Poni Hoax, La Cigale
09: Royal Blood, Zénith
09: Lola Marsh, La Maroquinerie
10: Razorlight, Café de la Danse
10: Fink, La Cigale
10+11: OTB Fest Nights avec Big Business, Wiegedood et plein d'autres
10: Benjamin Booker, La Maroquinerie
10: Cristobal And The Sea, Pop-up du Label
10: Torres, Point Ephémère
11: Kasabian, Zénith
11: Father John Misty et Weyes Blood, Trianon
11: Madness, Salle Pleyel
11: Little Dragons, Elyséé Montmartre
12: Kitty, Daisy And Lewis, Le Flow
13: Julien Baker, Etoiles
13: Parcels, La Cigale, complet
13: Liars, La Maroquinerie
13: Black Lips, Trabendo
13: Marie-Flore, Trois Baudets
13: Aldous Harding, Point Ephémère, complet
14: Absynthe Minded, Badaboum
14: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara
14: Shannon Wright, La Gaité Lyrique
14: Mac Demarco, Olympia
14: Rose Droll, Pop In
14: Peter Perrett, Point Ephémère
15: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara
15: Howe Gelb, Duc des Lombards
15: Katie v. Schleicher, Olympic Café
15: Film Bauer, Pop-up
15: Alice Lewis, Trois Baudets 
15: Curtis Harding, Trabendo
16: Ali Danel, Bateau Théâtre-Le Nez Rouge
16: Kid Francescoli, Trianon, complet
16: Pauline Drand et Brome, Le Zorba
17: La Terre Tremble !!! + Powerdove, FGO-Barbara
17: Marisa Anderson, Le Zorba
17: Trisomie 21, La Machine du Moulin Rouge
17: Wolf Parade, Petit Bain
17: Clara Luciani, Maison Pop, Montreuil
17: Van Morrison, Salle Pleyel
18: Stranded Horse, MMP, gratuit dans le cadre du festival Monte le Son
18: Lenparrot, Point Ephémère
18; Stanley Brinks & The Wave Pictures + Freschard, Espace B
19: The Thurston Moore Group, Café de la Danse
20: Aliocha, Boule Noire
20: Algiers, La Maroquinerie
20: Camille, Les Folies Bergère
20: Tusks, Olympic Café
20: Ulrika Spacek et Halo Maud, Point Ephémère
20: Fleet Foxes, Trianon, complet
21: Chuck Prophet, Boule Noire
21: Valparaiso, Café de la Danse
21: Canari et Odyssey & Oracle, FGO-Barbara
21: Thundercat, Elyséé Montmartre
21: Sun Kil Moon, La Gaité Lyrique
21: And So I Watch You From Afar, La Maroquinerie
21: Metz, Le Trabendo
21: Camille, Folies Bergère
21: The Craftmen Club + Traditional Monsters, Petit Bain
21: Sallie Ford, Point Ephémère
21: Fleet Foxes, Trianon
21: Aude Juncker, L'Etage
22: Carole Masseport, Release Party
22: Black Rebel, Elysée Montmartre
22: June Bug, Pop In
22: Hord + Moment, Olympic Café
22: Widowspeak, Espace B
22: Opening Les Inrocks Festival avec Ider, Khadyak et Marie-Flore, Les Bains
22: Jay Jay Johanson, Alhambra
22: Louis Arlette + Metro Verlaine, Hasard Ludique
22: Klangstof, Pop-up du Label
22: The Amazons, Point Ephémère
23: Modeselektor, Rex Club
23: Sophia, Espace B
23: Clan Of Xymox + My Great Blue Cadillac, Bus Palladium
23: Fujita & Miyagi, Point Ephémère
23: Sevdaliza, Trabendo
23: Josh Rouse, Pop-up du Label, complet
23: Gisèle Pape et Refuge, O' Gib, Montreuil
23: Cléa Vincent et Ricky Hollywood, La Cigale
23: Lisa Portelli, La Maroquinerie
23: Festival Les Inrocks, Gaite Lyrique, Django Django
23: Susheela Raman + Laure Brisa, FGO-Barbara
24: Omar Souleymann, La Bellevilloise
24: Call Of The Trees + Hershey/Hito, Pop In
24: Laibach, Trabendo
24: Emma Ruth Rundle, Espace B
24: De La Romance, Basile Di Manski, FGO-Barbara
24: Bernard Lavilliers, Olympia
24: Julien Gasc, Point Ephémère
24: Nouvelle Frontière, La Gaité Lyrique pour les Inrocks Lab
24: Gorillaz, Zénith, complet
24: Raoul Vignal, Médiathèque Françoise Sagan
25: Mark Lanegan, Café de la Danse
25: Melmac, Le Chat Noir
25: Triggerfinger, Elyseé Montmartre
25: The Stranglers, La Cigale
25: Protomatyr, La Maroquinerie
25: Jupiter & Okwess, Hasard Ludique
25: Bernard Lavilliers, Olympia
25: Eskelina, Pan Piper
25: Gorillaz, Zenith
26: Ropoporose, Batofar
26: King Krule, Casino de Paris
26: Juliette Armanet, La Cigale
26: Kimbra, La Maroquinerie
26: B Lavilliers, Olympia
27: Mélie Fraisse, Trois Baudets
27: Eddy De Pretto, Etoiles
27: Mariam The Believer + Charlotte & Magon
27: Dinner x Jannis Noya Markrigiannis x Pastel Coast, Pop-up
28: Tortorro, Badaboum
28: Karl Blau, Espace B
28: Faire, La Maroquinerie
28: Chapelier Fou, Le 104
28: B Lavilliers, Olympia
28: Girls In Hawaii, Trianon
29: Public Service Broadcasting, Badaboum
29: La Féline, Boule Noire
29: Mastodon, Elysée Montmartre
29: Vincent Delerm, Cigale
29: Kali Uchis, La Maroquinerie
29: Dillon, Carreau du Temple
29: B Lavilliers, Olympia
30: Keep Dancing Inc, Olympic Café
30: Témé Tan, Hasard Ludique
30: BRNS, Trabendo
30: The Fleshtones, Petit Bain
30: B Lavilliers, 
30: Veronique Sanson, Salle Pleyel
30: Benjamin Biolay, Zénith



 

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